Band 
Siebenter Theil.
Seite
308
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Ao8 Turnier.

Französische übersehen. Praun hält aber die vonRüpner mitgetheilten Turniergcsetze Heinrichs I. füruntergeschoben , weil Rüpner keinen Beweis ausgleichzeitigen Schriftstellern für sie anführen kann.Wahrscheinlich ists indessen , daß Heinrich I. fürseine Kriegsspiele gewisse Regeln und Gesetze gab,daß aber, wie Rüpncr behauptet, die jetzt vorhan-denen Turnierartikcl von ihm herkommen sollten,ist unwahrscheinlich, denn ihrer Schreibart nachmüssen diese erst später gefertigt worden seyn. Ge-wiß hat man aber bey Abfassung derselben auch dieälteren Gesetze Heinrichs mit zum Grunde gelegt.

Das dritte Turnier wurde im Jahr x >48 zuKostnitz am Bodensee, das vierte von dem Marg-graf Ridaczer zu Meisscn i. I. y 6 ti zu Merseburg ,das fünfte von dem Marggraf Ludolf zu Sachseni- I- 996 Zu Braunfchweig, das neunte von demLudolf, Herzog zu Sachsen i. I. »119 zu Göttin-gen gehalten.

Die Zeugnisse, die Vossius r) für das Daseynder Turniere in Teutschland anführt, sind aus demzwölften Jahrhundert.

Der Nahme Turnier kommt von dem alten Let-tischen Wort Do r na her, welches so viel als käm-pfen oder streiten bedeutet ; und in der Mitte desirten Jahrhunderts wurde das Wort Turnier inTeutschland als ein neues, zuvor ganz unbekann-tes, Wort angesehen, wie einige Stellen gleichzei-tiger Schriftsteller bezeugen u). Der Nahme Tur-nier kam also erst lange nach Heinrich I. auf, ob-gleich die Spiele selbst zu seiner Zeit bekannt waren.