Band 
Siebenter Theil.
Seite
309
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Turnier. zc>9

Die Turniere selbst wurden hauptsächlich beyfeyerlichen Reichs- und Hossagern, bey Vermah-lungen, bey wichtigen Ritterschlägen, bey Besu-chen der Großen, bey Belohnungen, selbst bey Co-mitien und Synoden angestellt. Nicht nur Ritterund Edle, sondern auch der hohe Adel, selbst Fürstenund Könige kämpften mit, wie man von Carl IV.und Maximilian I. weiß v). Da die Turniergcsepezur Beschützung der Unterdrückten, zur Gerechtig-keit und Großmuih aufforderten, und die Turniereselbst eine immerwährende Kriegsübung für die Rit-ter , eine Kriegsschule für den jungen Adel wa-ren: so fanden Könige und Kaiser diese Spieleihrer Aufmerksamkeit würdig. Uiber dieses gabendie Turniere zur Verbesserung der Rüstungen, derWaffen und zur Ausbildung der GeschlechtswappenGelegenheit. Der Ritter mußte, zum Beweise derTurnierfähigkeit seiner Familie, nur den von seinenAhnen, die auch Turniere besucht harten, geerbtenHelm, mit den Helmzrerrathen und Kleinodien,bey der Wappenfchau aufstellen. Denn damit dieganz in stählerne Rüstungen verhüllte Ritter sichvon einander unterscheiden konnten, ließen sie ihreSchilde mit gewissen Figuren bezeichnen, aber an-dere von Metall gefertigte Zeichen steckten sie auf ih-ren Helm. Die Zeichen auf dem Schilde führtebald eine ganze Familie gemeinschaftlich, aber durchdie Zeichen auf dem Helm unterschieden sich die ver-schiedenen Linien derselben, und bald wurden dieseanfangs willkürliche Zeichen für eine Familie aus-schließend üblich und der stärkste Beweis des altenAdels ^). Wer seine Turnierfahigkeit nicht durch