Turnier. Zir
genommen wird; denn Praun meint, daß die Tur-niergesellschaft in den Vier-Landen erst unter KaiserConrad III., oder wie ihm noch wahrscheinlicher ist,unter Heinrich VI. aus dem Schwäbischen Stamme,auf dem Turnier zu Nürnberg 1190 entstandensey, wobey keine sächsische Ritter, wegen des Streikszwischen ihrem Fürsten und dem schwäbischen Kai-serhaufc, zugegen waren, und durch einen Zufallsey dieses in der Folge unter Philipp, wo die Sach-se» es mit dem Gegcnkaiser Otto VI. hielten , nochmehr befestiget worden 2). Andere sagen mit meh-rerer Wahrscheinlichkeit, die Ursache sey folgendegewesen: im Jahr 1174 war der Sohn des Mark-grafen Friedrich von Meißen, nähmlich Conrad,auf dem Turniere mit einer Lanze erstochen wor-den. Der Erzbischof von Magdeburg versagte demGetödteten das Bcgräbniß in geweihter Erde, undhob dieses Verboth nicht eher auf, bis der Marg-gras Friedrich, ferne Söhne und erne Rlenge säch-sischer Grafen, Ritter und Edlen dem Erzbifchof zuFuße sielen, und ihm versprachen, kein Turniermehr zu besuchen, oder selbst anzustellen an).
Es ist schon erinnert worden, daß die Ritter-schaft der Vier-Lande aus vier einzelnen Gesellschaf-ten bestand, nähmlich aus den Rheinischen, Fränki-schen, Schwäbischen und Bayerischen Rittern undEdlen, wovon jede Gesellschaft ihren obersten Lan-des-Turniervoigt oder König hatte, die ihr Amtvom Kaiser zu Lehn trugen. Sie hießen auch dieFürsten der Vier-Lande, hatten noch vier Untcr-Turniervoigte neben sich, und wurden allemahl bey