Band 
Siebenter Theil.
Seite
316
JPEG-Download
 

Ai6 Türmer,

zu Theil wurden: so schickte die Dame des unglück-lichen Ritters wieder andere, um ihn zu trösten,und ihn zu ermuntern, eben dergleichen Beute zumachen, und ihr diese anzubwthen. Oft nahmendie Damen so warnten Antheil an dem Schicksal ih-rer Geliebten, daß ste sogar den äußern Wohlstand,den sie sonst so strenge beobachteten, vergaßen. Manliefet z. B. daß sie sich zu Ende eines Turniers sosthr von allem Putz entblvset hatten, daß die mei-sten mit unbedecktem Haupte, ohne allen Schmuckdastanden, daß ihnen beym Weggehen die Haareauf den Schultern hingen, und sie keine Aermelmehr an ihren Röcken hatten. Um ihre Ritter aus-zuputzen, hatten, sie alles hergegeben, Halstüchersowohl, als Kappen, Mantel, Kamisölcr, Aermel,und ganze Kleider. Als sie sich nachher naher be-trachteten, und sich so rn ihrer Blöße erblicktenschämten sie sich außerordentlich; aber kaum sahensie, daß sie aste gleich entblößt waren, als sie un-l^r sich ein allgemeines Gelächter erhoben; dennvorher halten sie ihren Schmuck und ihre Kleidermit solchem Enthusiasmus, ihre» Rittern aufgeopfert,daß sie darüber ihre eigene Entkleidung nicht be-merkten.

Die Ankündigung des Turniers, wobey sichTrompeten, Elarinelten und Haulbois hören ließen,geschah gewöhnlich in Versen, die von zwey ledigenDamen, in Begleitung eines oder mehrerer Waffen-herolde, abgesungen wurden. Der Fürst, welcherzum Turnier aufforderte, und der, welcher die Auf-forderung dazu nahm, wählten zwey Ritter von be-