148 Weltsystem,
an, denn die Meynung von den in einander steckendendurchsichtigen Sphären, welche sich wie Zwiebelscha-len drehen und die Planeten mit sich herumführen sollen,gehört vielmehr dem weit älteren Eudoxus zu, der je.dem Planeten 4 Sphären gab, deren eine die täglicheUmdrehung, eine die eigne Bewegung, eine die Verän.derungen der Breite, und noch eine die Stillstände oderRückgänge bewirkte. Da für Sonne und Mond nurdrey nöthig waren , so zählte er deren 26, die hernachvom Kalippus und Polemarch , mit Bestimmung desAristoteles auf z6 vermehrt wurden. Aristoteles führtdieses sonderbare System mit Beyfall an g). -
Copernicanisches System.
Nicolaus Copernicus, geboren zu Thorn den i<)tenJanuar 1474, widmete sich der Sternkunde, und fandim Ptolemäischen System besonders die Vorstellungsehr ungeheuer, daß sich der ganze Weltbau so schnellum die Axe drehen solle, als zur täglichen Bewegungerforderlich ist; er beschloß daher, alle Meynungen derAlten vom Wcltbau zu sammeln , und so fand er auchim Plrttarch die Behauptungen der Pykhagoräer, be.sonders des Phikolaus. Der Gedanke, daß die täglicheBewegung der Erde nur scheinbar sey , und durch dieUmdrehung der Erde um ihre Axe bewirkt werde, fes-selte ihn wegen seiner Einfachheit. In der Folge fander beym Martianus Capella, daß man schon in demAlterthume die Venus und den Merkur um die Sonnehabe gehen lassen , dieß war ihm ein Strahl eines neu-en Lichts; Copernicus erstreckte dieses auch auf Mars,Jupiter und Saturn, weil er gewahr wurde, daß