Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
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(So Farben.

blau färbet. Der Waid zeiget nicht einmahl dieBlü-then von derjenigen Farbe, die er hervorbringt. SeineBlüthen sind gelb, und doch färbet man mit diesemMaterial blau. Wenn aber auch bey vielen Farbema-terialien, insonderheit bey denen, welche roth färben,zugegeben werden muß, daß sie selbst diejenige Farbeschon an sich haben, die sie auf den Zeugen hervorbrin-gen: so folgt daraus keinesweges, daß die Farben et-was Wesentliches sind. Man kann daraus weiter nichtsschließen, als baß diese Farbematerialien bereits in ih-ren zartesten Theilchen eben diejenige Lage haben, wo-durch der rothe Sonnen- oder Lichtstrahl zurückprallend- gemacht wird. Es eräugnev sich vielmehr bey der Far-berey vielerley Umstände, welche eine Art von Beweisabgeben, daß die Farben nichts Wesentliches sind.Es ist in der Farberey gar sehr bekannt, daß man miteben denjenigen Farbemakerialien und Zubereitungen,womit man wollene Zeuge färbet, keinesweges seideneund leinene Zeuge, und nicht einmahl bey allen Farbenbaumwollene Zeuge färben kann. Wenn man in ei-nerley Kessel, worinn man wollene Zeuge färbet, zu.gleich seidene oder leinene Zeuge mit hinein thut, sonehmen die letzter« die Farbe keinesweges an. Schei-nen sie auch etwas von der Farbe angenommen zu ha-ben, so darf man sie nur in warmen, ja öfters nur inkaltem Wasser abspühlen, um wahrzunehmen, daßalle Farbe sogleich wieder abgehet, und daß sich nur. etwas von der Farbe auf ihrer Oberfläche leicht ange-hängt hat. „ Wenn aber die Farben etwas Wefenkli-^ ches wären, und die Farbematerialien, ihren wesentli-chen Eigenschaften nach, ihre Farben den Zeugen mit-theilten ^ so müßten sie gleichförmig auf alle Arten vonZeugen wirken.

Man muß also hieraus nach richtigen Folgen denSchluß ziehen, daß die Farbemateriaüen keineswegesallein die Farbe wirken, sondern baß die zartesten Theil-

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