Faulbaunr.' 295
lebhaft; sie breitet sich im Mose, oder der obern Mohr«und Dammerde sehr stark aus, und treibt ihre lange,dünne, häufige, gerade Ruthen sehr schnell in die Höhe,welche einzelne Aeste und eine staderige Krone machen.Die Hauprstämme werden 2 bis 4 Zoll stark. Dieäußere Seite der Rinde ist braun oder schwärzlich, mitweißen Puncten beseht, und läßt sich fthr leicht vomHolze absondern; die innere Seite, welche am Holzeliegt, ist schön gelb, wird aber beym Abtrocknen immerbräunlicher, und, wenn sie an der Sonne getrocknetwird, braunrokh. Das Holz ist sehr weich und weiß,im Kerne röchlich, und mir einer Markröhre, auch anden Zweigen mit einem rothen schwammigen Markeversehen, und sehr brüchig. Letzterer Umstand hat dielat. Benennung Frangula (von frangere, brechen) ver«anlaßt. Die Blätter dieses Strauches stehen abwech«felnd und einzeln auf halbzölligen Stielen an den Zwei«gen; sie sind kurz und stumpfrund, zum Theil auchlänglichrund, ohne alle Zähne oder Einschnitte« dabeyglatt und dunkelgrün, mit einigem Glänze, unterwärtsetwas Heller, auch bey jungen schnellwachsenden Sträu«chern, in gutem Wies,ngrunde, größer , und hinter«wärt- weißlich, oder gar mit einem weißgrauen Be«schlage versehen; bey alten hingegen, und in trocknemBoden, sind sie kleiner. Die Blumen sind sternför«mig, weißgrünlich, klein und unansehnlich, und bre«chen im Maymonath zwischen den Blattern, theile Par«theils Büschel-weife hervor; oft erscheinen sie auch imHerbste zum zweyten mahl, und man siehet alsdenn dieZweige zugleich mit Blumen und Beeren besetzt Diekleinen saftigen Beeren, von der Größe einer Erbse,(welche Faulbeeren, Ahlkirschen, wilde Lieschen,Bnirschelbeeren, Gchreßbeeren, Gpörgelbeeren,genannt werden), sind im Anfange grün, werden abernachher roth, und im September schwarz und reif; sieführen einen süßlichen Saft, und zwey herzförmige,
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