Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
Seite
296
JPEG-Download
 

296 Faulbaum.

auf einer Seite platte und auf der andern erhabene,durch einen Strich getheilte Samenkörner.

Von dem Faulbaume kann man zwcyerley sehr sichere Kenn«Zeichen angeben, welche ihn von allen übrigen fälschlich ange-nommenen, oder ungewissen und vermeintlichen Arten beydenLandltUten, vollkommen unterscheiden. Diese bestehen darin,daß er r) unter unsern Landgewächsen eins von denjenigen ist,die im Winter keine wahre Augen oder Knospen haben, wieandere Bäume und Sträucher, obgleich selbiger im Herbste dieBlätter fallen läßt; 2) daß er vom Maymonath an, bis inden September, fast beständig blühet, und dabey allejeit reis«und unreife Beeren zugleich zeiget.

Die ausfallenden Samenkörner vermehren denFaulbaum überall in guten feuchten lockern Grunde,auch im Mofe, daß er zuleßt Grasgarken, Wiesenfleckeund gute Grundstücke einnimmt. Uebrigens kann manihn leicht aus dem Samen ziehen, welcher ausgesäetwerden muß, sobald er reif geworden ist; alsdenn wer-den die Pflanzen im folgenden Frühling zum Vorscheinkommen; läßt man hingegen den Samen bis auf das. Frühjahr liegen, so werden die Pflanzen erst im folgen-den Jahre aufgehen. Wenn die Pflanzen aufgegan-gen sind, muß man sie bis in den Herbst fleißig vomUnkrauts reinigen; nachher kann man sie heraus neh-men, und in die Baumschule, in 2 Schuh mit voneinander abgesonderte Reihen, und in den Reihen iFuß weit von einander, einsehen. In dieser Baum-Schule können sie zwey Jahre bleiben, und alsdennkann man sie dahin sehen, wo sie beständig bleiben sol-len. Man kann den Faulbaum auch aus den Ablegernund abgeschnittenen Zweiglein ziehen; diejenigen Pflan-zen aber, welche aus dem Samen gezogen werden, sinddie besten.

Weil die Beste biegsam sind und leicht Wurzeln fas-sen, wenn sie das Erdreich erreichen, so gibl Moser,in seinen Grundsätzen zur Forstökonomie, den Rath,den Faulbaum in den Zäunen mit anzubauen; jedoch

müßte