zv6 Fayance.
untersuchen und zu überlegen, ehe'man zu der Anle-guny einer Fayancefabrlk schreitet.
Vor allen Dingen ist zu untersuchen, wie die Wal«düngen in dem Walde, in welchem man Fayancefabri-ken anzulegen gedenkt, beschaffen seyn. Diese Fa»driken verzehren viel Holz. Wenn sich nun im Landewirklich schon ein Holzmangel befindet, und das Holzbereits in einem hohen Preise stehet, so würde manwohl die Gedanken zu Anlegung dieser Fabriken fahre«laßen müssen. Nun können zwar die Waldungen durcheine gute und vernünftige Forstökonvmie gar wohl inbessere Umstände gesetzt, und dem Holzmangel abgehol«fen werden, wenn man nur mit rechtem Ernst und Ei«fer darauf bedacht seyn will; allein, wenn dieses auchgeschiehet, so werden doch noch viele Jahre hingehen,bis man hierinn seinen Endzweck vollkommen erreichthat; und so lange wird man wenigstens mit Anlegungbiefer Art Fabriken Anstand nehmen müssen. Einmahlist gewiß, daß diese Fabriken in holzreichen Gegendenihren rechten und schicklichsten Platz einnehmen. ESmuß das Holz in solcher nachhaltenden Menge vorhan-den seyn, daß weder die Einwohner, noch die bereit-etablirten anderweitigen Fabriken, welche ebenfalls vielHolz brauchen, Mangel daran leiden; denn sonstwürde man eine Fabrik auf den Ruinen der andern er-bauen, welches wider alle gute Grundsätze läuft.
Es könnte hier eingewendet werden, baß ja die Dclstcr ihreberühmte Fayanccsabrik mit ausländischem Holze, welches siekaufen müssen, versorgten, und doch dabey bestünden, da steihr Porzellan in großer Menge außer Landes verschickten. Al-lein, man hakte auch den Preis desselben gegen den von unsererdeutschen Fayance; derselbe ist sehr hoch, baß man beynaheechtes Porzellan von der mittlern Sorte dafür kaufen kann.Das Delftcr Porzellan wird in Deutschland von dem Mittel-Mann so häufig nicht gekauft; und reiche und vornehme Leutekaufen lieber echtes.