Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
Seite
381
JPEG-Download
 

Feder. 381

Muff bekommen soll, zugeschnitten seyn muß. Mannähet mit Zwirn die Flechte auf die erste Linie fest, wel-che auf die Leinwand gezogen ist, und fasset mit demFaden jede Feder und jeden Theil der Flechte dergestalt,daß er auf die Leinwand fest zu sitzen kommt. Eben somacht man es mit der zweyten Reihe, welche auf derzweyten Linie über der ersten dergestalt angeheftet wird,daß die Federn der zweyten Flechte auf die Zwischenräu-me der ersten zu liegen kommen. Dieses wird aufglei-che Art bey allen übrigen Reihen beobachtet; und fol-chergestalt entsteht eine Art von Federdecke oder Tapete,welche dem besten Pelzwerke nichts nachgibt, und sehrartig in das Auge fällt.

Wenn auf diese Weise das ganze Stück Leinwandmit Federflechten besetzt ist, nimmt man es aus demNäherahmen, und füttert es, nach Belieben, mit ei-nem ander« Stücke Leinwand, welches dergestalt darun-ter geheftet wird, daß die Nähte genau auf die Reihender Federflechten paffen, und sich einander decken. Hier-mit ist gleichsam die ganze Arbeit vollendet. Denn dieLeinwand dergestalt zusammen zu setzen, daß ein Muffdaraus werde, ist etwas sehr leichtes.

Wenn man Federn von indianischen Hühnern ha-ben kann, so laßen sich Müsse davon machen, welchewie Grauwerk aussehen, und sehr artig sind. Willman aber DesseinS auf die Müsse machen, z. E- Artenvon einzelnen, oder viereckig, oder in andern Formenstehenden Blumen, so verfährt man folgendergestalt.Man flicht die Federn auf eben die Weise und auf ebendem Rahmen, wie oben beschrieben worden; allein dieSäulen des Rahmens müssen etwas höher seyn, als ge-wöhnlich. Um diese Säulen werden wenigstens dreyunddrey Faden in gehörigen Distanzen von einander aufge.zogen; und man muß solchergestalt wohl 8 bis io Ge-spanne über einander machen, so, baß die Faden über-all gleich weit von einander abstehen. Aledenn nimmt

man