Feder. 397
das schönste an derselben, weil nach oben zu die Haareder Feder am schönsten von der Natur gekräuselt smd,und iveit dichter neben einander liegen, als nach umen.In einer ganzen Plümage, sind nur zwey Stücke solcherOber-Enden angebracht, nähmlich von beyden Enden,und da« übrige ist von lauter Unter-Enden zusammengestickt. Eine solche Plümage ist, nach der verschiede«nen Größe der Hüte, bald länger, bald kürzer. Da abernach der jetzt herrschenden Mode die Hüte nur klein sind,so sind auch die Plümagen gemeiniglich nur anderthalbEllen lang; diejenigen ausgenommen, welche noch ei«uige Land-Tbelleute auf ihrm Hüten tragen, imglei«chen diejenigen für die Officier« von der Garde des Kö-nige , welche über zwo Ellen lang seyn müssen.
ES gibt einfache und doppelte Hutsedera. Jene bestehennur aus verschiedenen zusammengesetzten Stücken einzelnerStraußfedern. Die doppelten entstehen, wenn man die also»usammengesetzte Plümage noch mit kleinen Federn, welche un»ter dem Bauche des Straußes wachsen, dergestalt beleget, daßdieselbe nicht allein dicker, sondern auch ganz rauh wird, so, daßman von dem dicken Kiel der zusammengesetzten großen Federanichts gewahr wird.
Wie die Hutfedern, wenn sie unrein geworden, zubleichen seyn, siehe oben, S. Z79- f.
Außer den niederliegenden Federn auf dem Hute,werden auch einige aufgerichtet getragen. So kommenz.E. dieReiherfedern, wenn sie recht schwarz, lang undgerade sind, auf die Turban« vornehmer Türken. Auchhaben jetzt die Damen stark in der Mode, eine, auchwohl mehrere Plümagen, oder so genannte Sultanen(Feder-Sulcanen, oder Sultans-Federn) frey auden Köpfen zu tragen, wozu die obersten Enden derStraußfedern, ihrer vorzüglichen Schönheit wegen, ge«braucht werden. Sie sind gemeiniglich eine halbe und T g-Elle lang, und werden nebst noch andernZierrathen andie Frisur de« Kopfe« gesteckt. In Ermangelung der
Sttauß.