398 Feder.
Straußfedern , werden auch Reiherfedern dazu ze-braucht.
Der Federbusch oder Federstrauß, L. Crista»Ar. Panache, oder Bouquet de plumes, ist eigentlichein alter Rirrerstuy, welcher an statt der Helmstutze(Fr. Cimiers) diente, und den Kopf des Ritters weni-ger befthwerte. Es war derselbe in den ältesten Zeilenüblich, und ein wesentliches Stück des Aufputzes derkriegerischen Römer aufihren Helmen; wie er denn auchdie Hauptzierde der Fürsten und anderer Befehlshabe»bey den Rrtegsheeren bis auf späte Zeiten geblieben ist.Nach Abschaffung der Sturmhauben aber kamen sienach und nach ab; und Heinrich I V. König von Frank-reich, soll der letzte gewesen seyn, welcher dergleichen ge-tragen hat. Sie waren von Straußen» Kranich-Pfauen- und andern Federn gemacht. Es wurden abernicht nur die Helme, sondern auch die Stirnen der Pferdeselbst, sonderlich bey den Ritterübungen und prächtigenFeyerlichkeiten, damit auögezieret.
Beyder preußischen Armee trägt, feit dem letzter»Kriege, die LavaUerie Federbüsche auf den Hüten undMühen, und zwar die Officiers von Straußfedern, diegemeine Reiterey aber von den großen Und langhaarigenFedern der Gänse und Kapaunen. Zu der ersten Gat-tung bedienet man sich derjenigen Federn, welche unterdem Bauche des Straußes wachsen, und welche mannach verschiedener Größe aussuchet, weil oben an einemsolchen Federbusch die Federn nur kurz sind, und je wei-ter sie herunter gehen, desto langer seyn müssen, indemein solcher Federbusch eine pyramidenförmige Gestalt hat.Nachdem man die Federn dazu ausgesucht hat, nimmtman ein dünnes Störchen, und befestiget daran einigekleine gekräuselte Federn, welche eine Art von kleinerKrone formiren. Hernach bindet man die kürzesten Fe-dern in einem Zirkel rings herum an. Die Federn >,ndalle gekräuselt, so, daß die Haare auswärts geneigt hatt-
gen.