412 Feder-Lappen.
neu, Trappen, Auerhähuer», Truthühnern, Reihern,Störchen, Gänsen, Habickten und Raben; denn siemüssen von mancherley Farben, schwarz, braun undweiß, seyn, und also recht bunt aussehen, damit sieda« W«ld um so viel besser schrecken. Man hak zwey«erley Arten von Federlappen. Die erste Art, wozu diegrößten Federn genommen, und gedoppelt mit den Kie«ien gegen einander durch einen Kreutzschlag gezogen wer«den, und auf 2 Tücher lang stellen, werden durch zweyLeute auf große Winden oder Haspel, der Atcrharspel genannt, gewunden, und doppelte Federlappe»genennet, deren Leinchen so stark als Wolfsgarne sind.Die andere Art, welche kleiner, erfordert nur mäßige,jedoch ebenfalls bunte Federn, allein nicht mehr, als2 bis z, welche unterwärts mit dem Dreyfchlage ge«knüpft werden. Deren Leinchen sind von der Starkeeines Hafengarns, und es stellet ein Bund auf einesTuches Länge, oder 160 Schritt.
Zu den doppelten Lederlappen, Lig. 6r6, werden großeGänsefedern aus den Flügeln, oder von türkischen Hühnernund großen Raubvögeln, genommen. Zum Knüpfen dieserFedcrlappen werden 2 oder g Personen erfordert. Der einehat die Leine an einen, an eine Wand-fest angeschlagenen, Ha«ken mit einer Schlinge erst angehänget, und dazu einen rtia«den Knebel also bereitet, daß er eines Daumens .dick, und 4Zoll lang ist; mit gedachter Leine hat er einen Kreutzschlag nachder rechten Weise darum gemacht, daß, wenn man ihn in derverschlossenen Hand fest hält, das Leinchen nicht nachgeben,und man also mit gedachtem Knebel wohl zustehen kann; als«denn macht derjenige, welcher den Knebel in der Hand hat,in die Leine noch einen Kreutzschlag, und hält denselben offen.Der Andere nimmt in jede Hand 6 Federn, und stecket diesel«den, zur Linken und Rechten, mit den Kielspitzen gegen einan«der, in gedachten offenen Kreutzschlag etwa r! Zoll über einan«der hinein, und alsdenn liehet der mit dem Knebel dieselben sofest, als nöthig ist, zusammen. Ein Knoten wird von demandern, nähmlich von »bis b, r; Zoll geknüpft, und durchdas Zuziehen werden die Feder» von einander gezwungen, daßsie sich ausbreiten.
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