Feig-Warze. 431
entstehen dieselben, noch öfter als an den Vordetfüßen,und gehen auch mehr an der Ferse, dem Feste! und:derKöche, und noch höher hinauf. Sie geben eine Zeuch«tigkeik vo» sich, welche die Haut zernaget, und vonHas«ren entblößt.
Die Feigwarzen entstehen aus einer Unreiulichkeit,wenn die Füße der Pferde nicht gehörig gewartetwerden, sondern immer im Koche und Miste stehen, in«dem die Säfte darin zu stocken anfangen, und eineSchärfe annehmen; die Verschleimung der Säfte unddes Geblütös kann aber auch innerlich zu ihrer Entsteh«ung etwas beytragen und dieselben befördern. Dahersind auch die großen und starken Pferde mit dicken flei«schigen Beinen, und die auf fetten und feuchten Wei«den erzogen werden, vorzüglich diesem Uebel ausgesetzt.
Wenn die Feigwarzen unter der Sohle hervorge«wachsen sind, so muß bey Zeiten die halbe oder ganzeSohle, nachdem man es nöthig findet, ausgenommenwerden, damit man zu dem Sitze des Uebels selbst ge«langen könne; alsdenn schneidet man die Feigwarzennebst allen ihren Zweigen bis auf das gesunde Fleischganz rein weg, brennt die Stellen mit dem heißen Ei-sen, streuet rochen Pracipitat darauf, und verbindetsodenn den Fuß Mit ägyptischer Salbe. Nach zweenTagen macht man den Verband wieder los, und siehetnach, ob noch einige Zweige von den Feigwarzen zurückgeblieben sind, die man alsdenn sorgfältig wegnimmt,auf die Stellen wieder Präcipital streuet, und aufs neuemit ägyptischer Salbe verbindet. Auf solche Art ver«fährt man alle 2 oder 3 Tage, bis der Schade rein ist,und dieSohle wieder wächset, welches ungefähr in dreyWochen geschieht. Die Füße müsse» iminer dabey imTrocknen stehen, sonst helfen die besten Mittel nichts.Meistencheils wird das Pferd nach dieser Operation voneinem Wundfieber befallen werden. In diesem Falleläßt man am Halse zur Ader, gibt ihm alle Morgen 1