Feige. 459
' Erfahrung« Er setzte zwey krank FeiqenbZumchen in dasLand ; sie wuchsen daselbst in einigen Jahren so schnell, hoch,groß und dick, baß da er solche alle Jahre niedcrl-gke, ein. Gehäuse von Bettern darüber machte, und mit Mist aus denalten Mistbeeten bedeckte, solche ihm züm Niederbeugt» zu starkwurden. Ob er nun gleich solches durch Abstechung und Los-grabung der Wurzeln aus der einen Seite, damit er solche füg-lich auf die andere Seite niederlegen konnte, zuwege brachte, sospürte er doch, daß durch Abstechung der Wurzeln die Bäume. im Wachsen nicht recht fort wollten. Er entschloß sich, etlichevon den jungen starken Ausläufern stehe» zu laßen, und, da sieein wenig stark geworden, die alten Stöcke, die sich nicht bie-gest laßen wollten, abzuschneiden. Auf diese Weise erhielt erwieder junge Baume, bie sich niederlegen ließen, und häufigeFrüchte trugen.
Die Pfropfreiser, werden, nach Mills Vorschrift,im Herbste von den Bäumen abgeschnitten, weil zu sol-cher Zeit der wenigste. Saft heraus zu laufen pfiegt.Man nimmt sie vcm den fruchtbarsten, derbsten, undMit den kürzesten Absähen versehenen A.sten. UntenMuß von dem Jährigsn,..Holze etwas-daran bleiben.Oben wird die Spitze dmam gelaßen, und nicht mehr,wie an andern Pfropfreisern, abgeschnitten. Man darfsie nur 2 oder z Tage,lang, ehe sie gepflanzt werden, aneinen schattigen Ori.setzen, so heilt der Schnitt so -weitzu, daß.ihm nicht zu viel Saft entgeht, und sie ver-faulen. Nachher werden sie 8 bis 9 Zoll tief in einBeet von guter Erde, auf einen wannen Fleck, einge-setzt. Die Oberflache des Erdbodens wird Z bis 4 Zolldick mit alter Görberlohe zugedecket, damn der Frostnicht hinein kann. Sollte ein strenger Winter sich ein-stellen ,. so decket man über die Spitzen Erbsenstroh,Farnkraut, oder sonst etwas leichtes. Im Frühlahrwird diese Decke nach und nach wieder weggenommen,so bald man von dem Froste nichts weiter befürchtendarf; doch kann die Görberlohe darauf liegen bleiben,damit die trocknen Winde im Frühjahr, und die Sonneim Sommer, nicht zum Schaden der jungen Pfianzen* gar