Feile. 491
hauen, ^ daß diese zu sehr überhangt, und wenn mandaher ihre Zelle erneu ganzen Tag gebraucht, sostößt sich der Grad ab, und die - Feile ist stumpf.Folglich greifen die andern Proftssionisten allezeit lie-ber nach einer ausländischen Feile, z. E. einer steyer-Niarklschen, weiche halb so wohlfeil, obwohl auchschlecht ist. An allen Feilen neigen sich die Grade nachder Spitze zu, we-i man die Feilen mit der rechten Handvon, Leibe weg führet. Indessen ist der. hundertste Me-tallarbeiter nicht geübt, mit der Feile einen recht gera-den Strich., z. E. auf der Schärfe eines Lineals vonMessing zuführen,- st daß man an keiner Stelle zwqyersolcher Linealscharstn mit dem Auge durchsehen könnte.Hierbey muß die linke Hand der rechten -zu einer wage-rechten Führung der Feile allemahl mit Vortheil zu Hülfekommen. Die fehlerhafte Arbeit unserer meisten deut-schen Feilenhauer zu verbessern, würde, unmaßgeblich,eine wohl - eingerichtete Schauanstalt wohl das besteMittel seyn. Die Feilenhauer würden alsdenn genö-thigt seyn, gute-und tüchtige Waaren'zu . verfertigen,weil die fehlerhaften alsdenn nicht gestämpelt und zumVerkauf gelaßen werden müßten. ° Die Feilenhauerkönnten alsdenn das .Verboth der ausländischen Feilenvon der LandeSpolizry mit Recht verlangen, und sie wür-den des Absatzes ihrer Waaren versichert seyn, und nichtmehr nöthig haben,- ihr kümmerliches Brod ntif demAufhauen alter ausländischen Feilen zu verdienen.
ES fehlet den deutschen Feilenhauern aber auch nochan der Wissenschaft, den Stahl recht zu hörten. Siehärten ihn zwar auch, und sind mit ihrer VerfahrungS-Art gemeiniglich, wiewohl ohne Ursache, sehr geheim-nißvoll ; allein, sie verstehen diese-Kunst noch lange nichtso gut und vollkommen, wie die Engländer. Es istzwar nicht zu läugney, daß der englische Stahl, welcherweitbesser ist, als der deutsche, hierzu auä, viel beyträgt;allein, man kann ja den englischen Stahl in der Hand-