Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
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Glocke.

sondern mager, jedoch nicht sandig seyn muß. Manprüfet den Thon hierzu folgender Maßen. Man for-nurer aus verschiedenen Thonarten, Siegellack-ähnli-che Stangen, und schneidet sie auf einem Brete an bey-den Enden alle gleich ab, und zwar so tief, daß dieSpur des Schnittes auf dem Brete zu sehen ist. Wennman sie alödenn im Schatten trocknen laßt, ziehensie sich zusammen und werden kürzer. Diejenige Artnun, welche an der Lange am wenigsten verloren hat,ist zur Gußarbeit, der Glocken sowohl als Kanonen,die dienlichste; denn sie ist nicht nur am wenigsten zumBersten geneigt, sondern widersteht auch dem Feueram besten, und bedarf des wenigsten Sandes. Zudergleichen Lehm nun mischet man Schaben, oder Ab-gang von Flachs, Kälberhaare und Werg. Dieseswird mit einander wohl durchgearbeitet, und alle Klö-ße und Steine werden daraus weggeschaffet. Ueber-dieß muß der Gießer auch gelbes Wachs und Terpen-thin zu den Figuren vorrälhig haben.

Die Form großer Glocken wird in einer Grubeab cd, Fig. 100 6 , vor dem Gießofen aufgerichtet,welche die Gießer die Dammgrube nennen. Sie mußetwas tiefer seyn, als die Glocke hoch werden soll, theilsdamit man unter der Form ein Fundament von Stei-nen legen, theils aber auch, damit man dem fiüssigenMetall zu seiner Zeit einen gehörigen Fall geben könne.Es muß dieselbe aber auch etwas weiter seyn, als dieForm werben soll, weil der Gießer bey der Arbeit umdie Form herum gehen muß. Gemeiniglich ist dieseGrube so groß, daß 2 bis z Glockenformett neben ein-ander aufgerichtet werden können. Den Anfang zumGießen macht der Former mit einem hölzernen Pfahl,es, Fig. 1006, den er mitten in den Platz, wo er dieForm aufrichten will, einschlägt. Auf diesen Pfahllegt er eine eiserne Stange oder ein Kreutz gh, wel-ches hernach, wenn der Pfahl durch daö FeuerimKern