Glocke. 149
tig in den Mittelstädten zu haben. In großen Städ-ten wird für die Arbeit viel bezahlet; daher sehen dieGesellen nicht darauf, daß gut und tüchtig, sondernbaß viel gearbeitet werde. In kleinen Landstädten istselten gute Aufsicht, und die Arbeit wird wenig in Achtgenommen. In den Mittelstädten aber sind die Sei-ler zünftig, und müssen, nach ihren Jnnungsartikeln,Zwey von den ältesten Meistern die Arbeit zum öfternbeschauen, untersuchen, und die schlechte und untüchti-ge Arbeit wegnehmen. Wie lang ein Glockenstrangseyn müsse, kann, wegen Verschiedenheit der Höhe,in der sie hangen, nicht bestimmet werden, ist aber aneinem Faden oder an dem alten Seile leicht abzumessen.Diese Verschiedenheit der Länge hindert auch im Kau-fe nichts, weil die Seile nicht nach der Elle, sondernUach dem Gewichte verkaufet werden, und jeder Sei-ler, nach Beschaffenheit der Stärke des Seiles gleichsagen kann, wie viel eine Klafter am Gewichte habe«Ein Seil zu einer kleinen Glocke, muß wenigstens sostark als ein Mannsdaumön seyn; ein dergleichen zuEiner Mitteln Glocke wird um die Hälfte und noch et-was stärker erfordert, als jenes; und an eine großeGlocke gehört ein Seil so stark, als ein halber Guldenbreit ist, oder noch einmahl so stark, als der StrangEln einer kleinen Glocke. Diese Seile und Leinen wer-ben nach Klaftern gerechnet, und diese nach dem Ge-wichte verkaufet. Eine Klafter von solchen Seileneine kleine Glocke wiegt \ Pfund und 3 bis 4 Loth;on eine Mittelglocke, ^ Pf. und 3 bis 4 Loth; an ei-ne große, 1 Pf. und 2 bis 3 Loth. Das Pfund davonwird, wenn es feines Gespinnst und Arbeit ist, mit 6,geringes aber mit ; Groschen bezahlet. Ein solch gu-tes Seil nun dauert, nachdem es gehalten wird, 3 bis? Jahre. Soll es von langer Dauer seyn, so muß esBrocken, und vor dein Stocken erhalten werden. Eswuß, fo viel möglich, in wenig oder gar keinen Rol-K $ len,