152 , Glocke.
kommen, und er dabey in die größte Verwunderunggerochen sey, daß mancher alte, den Einfall drohendeKirchrhurm, theils von der Schwere und dem Druckeder darauf Hangenden Glocken, theils von dem oftmah-ligen und zwar gewaltsamen Anziehen der Glocken,Nicht langst eingefallen sey. Im I. 1762 ward Der-selbe, vermöge seines Amtes und seiner Pflicht, in dieNothwendigkeit gesetzt, darüber, wie durch hin und herZiehen des Glockenklöppels, ohne daß die Glocke selbstbeweget werden dürfte, das Läuten geschehen könnte,nachzudenken, und mit Ernste darauf bedacht zu seyn,einer künftigen, nicht geringen, Gefahr bey Zeiten vor-zubeugen. Denn, bey einer genauern Besichtigungdes Kitchthurmes zu Kloster Bergen, nahm er mitEntsetzen eine nahe und große Gefährlichkeit wahr.Dieser Kirchthurm ist sehr alt, das Dach ist übersetzt,steht auf gewundenen eichenen Säulen, und wird nichtnur von dem starken Schiefer, womit es bedeckt ist,sondern auch von vier, eben nicht kleinen Glocken, be-schweret. Das gefährlichste und ärgste war, daß dieseSäulen unten, wo sie aufstanden, weil der Regen be-ständig anschlug, zum Theil morsch und faul, und dieinieern Hauptbalken, indem alles offen war, und sowohl Regen als Schnee frey einfallen konnte, von derNässe und Fäulniß auch sehr schadhaft geworden.Wurde nun gekantet, so mußte man mit Entsetzen daSSchwanken wahrnehmen; noch mehr aber bey denSturmwinden. Man ließ seine erste und nöthigsteSorge seyn, her Gefahr, welche die angefaulten Säu-len droheten, vorzubeugen. Weil man doch das Dachnicht sogleich abtragen konnte, so veranstaltete man in-dessen eine möglichst gute Reparatur der Säulen undBalken, bis man in Stand kam, einen neuen Bauvorzunehmen. Allein, die Gefahr war dadurch nochNicht völlig gehoben. Daö Schwanken desKirchthur-mes blieb noch merklich, obgleich nicht mehr so stark