Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
Seite
158
JPEG-Download
 

158 Glocke.

Risse und Schaden; ein alter, hölzerner, elender undbaufälliger aber, für den Einsturz und Gefahr noch ei-ue gute Zeit erhalten werden? Sollte man nicht da-durch verhüten, daß viele Glocken auf dem Lande undjn den Städten nicht als ungebraucht da hangen dürf-ten, oder mit schweren Unkosten, zum Schaden desKirchen -Aerarium und der Gemeine, umgegossen wer«den müßten? Könnte man nicht, wenn man, infon«derheit an Festtagen und bey Leichen oder Landtrauer,so viele Leute zum Läuten haben niuß, viel Geld er-spahren, wenn man, statt 4, 6 bis 8 Personen, jetztnur 2 oder 4 nöthig hatte? Würden nicht alte, schwa-che, kränkliche Küster und Schulmeister, nebst ihrenWeibern und Kindern, es für eine große Erleichterungund Wohlthat achten, wenn sie, theils nicht alle Lei-beskräfte anwenden dürften, die allen Glockenstrangezuziehen, theils nicht mehr auf gefährlichen Leiternund Treppen, hoch auf den Thurm zu klettern hätten,sondern unten auf dem Erdboden, oder nur eine Treppehoch, die Glocken lauten könnten? Verhütete man nichtzugleich dadurch die vielen Unglücksfälle, da so man-cher Mensch, z. E. ein Schulmeister, der in der Nacht,oder früh, vor Tage, läuten sollen, von der Leiter undTreppe gefallen, Arm und Bein gebrochen, wohl garbaö Leben eingebüßt, und Frau und Kinder unglück-lich gemacht hat? Diente es nicht zum Vortheil undzur Erhaltung mancher schlecht bestellten Kirche undKirchen-Aerarien, wenn keine lange, dicke und theureSeile und Stränge, sondern nur Leinen und Schnüreangeschaffet werden dürften; wenn fürBaumöhl, Sei-fe und andere Glockenschmiere, kein Geld mehr ausge-geben würde; wenn die häufigen Reparaturen anRiemer- Schmiede - und Zimmerarbeit, keine so großeUnkosten verurfacheten?

Da nicht nur das Modell von den sichserley Arten des kämUni, haß die Glocken dabey unbewegt hangen blieben, verfer-tigt