208 Glück.
selben mit verschiedenen Zunahmen, des allgemeinen, hön»-liehen, ritterlichen, tapfern, männlichen, weiblichen,heilsamen, bösen Glückes u. s. f. belegten, und ihnen eige-ne Tempel erbauet hakten, steinen auch die Göttien unter man-cherley Bildern vor; bald wie ein blindes Weib, aus einerKugel oder einem Rade stehend; bald ohne Füße, mit ausge-breiteten Armen und Flügeln; bald mit einem Hörne des Ue-ber Puffes in einer, und mit einem Steuerruder in der andernHand, stehend oder sitzend, mit offenen oder verbundenen 2lu-gen, dadurch eines Theils dieselbe als die Austheilerinn allerGüter, andern Theils die unbesonneur Weise solcher Austheil-ung und die Unbeständigkeit ihrer Begünstigungen ju erkenne»zu geben.
Ueberhaupt ist das Glück nichts anders, als derganze Zusammenhang der bey den menschlichen Unter-nehmungen mit beylaufenden natürlichen Umstandetund Nebenursachen, die sich begeben und nicht bege-ben können; und zwar beydes ohne unser willkührli-ches Zuthun mit dem Verlaufe unsererThaten, in wel-chen sie einen unsern Absichten gemäßen oder entgegenlaufenden Einfluß haben.^ Im ersten Falle nenne»wir es ein gutes oder günstiges, im andern Fa^aber ein widriges Glück oder-Unglück. Jenes istdemnach der Zusammenhang solcher beschriebenen SR*'benumstände, die unsern Absichten gemäß sind. D»aber das Glück, nach dem Begriffe, welchen wir Chri-sten davon haben, durch eine höhere Macht, nahm^durch Gottes besondere Vorsehung, weislich gerichtet
und regieret wird: so folgt, daß ein wahrhaftig klaget
Mensch bey aller seiner Wachsamkeit und Sorge, zwatalle nur ersinnliche kluge Anstalten zur Durchschußseiner Unternehmungen vorzukehren, jedoch aber auchan das Glück, und vermittelst des Glückes an Gott,'»dessen Händen es ist, zu denken habe; folglich bey al-ler seiner Klugheit die wahre Gottesfurcht, das Ge-beth, und das Vertrauen auf Gott, bey allen Abwech-selungen des Glückes sich wohl müsse empfohlen sty»