214 Glücks-Bude.
ley Ständen, welche in dergleichen Glückshäfen ihrHeil, mit widrigem Schicksal, schon versuchet haben,aber an das darin verschleuderte Geld noch mit Senf"zcn zurück denfen, mir nicht nur zum voraus ihrenbetrübten Beyfall geben, sondern auch von Grundder Seelen wünschen, daß dieses Land - und Leute-ver«verbliche Gewerbe schon langst nicht wäre geduldetworden; und viele andere, welche die wahre Beschaflfeuheit solcher Glücköhäsen kennen, werden ebenfallseinstimmig seyn, daß sie einen nicht geringen schädli«
. chm Einfluß in das gemeine Wesen haben.
Es ist eine ganz gemeine Sache, daß in ansehnli«chen Städten auf Messen oder Jahrmärkten, wo je«der auswärtige Handelsmann und Krämer seine Waa«ren zum öffentlichen Verkauf zu Markte bringen darf,öfters auch dergleichen Glückehäfen aufgeschlagen wer»den. Man richtet große Buden auf; man hangtdiesschönen Waaren, die mau daraus bekommen kann,zur Schau aus; man zeigt, wie man mit wenigemGelde einen so ansehnlichen Gewinn erhalten kann;man lobet die vortreffliche Einrichtung des Hafens,und machet es dadurch noch scheinbarer, daß das gan«ze Werk, zu Vermeidung allen Verdachtes, unterder Direction des Magistrates stehen solle; e6 wer«den, um desto mehr Vertrauen zu erwecken, ein PutRarhspersonen dazu bestellet. Die Reihung istgroß, daß man nistet verleitet werden sollte. Älle,junge und alte, reiche und arme, werden gelocket jv*Glück zu versuchen." Unter vielen Hunderten trifftkaum Einen ein rechtes Glück; manchem wird nuretwas weniges zu Theil; die mehresten gehen lerkaus. Viele aber werden dadurch in das Verderbengebracht; der Glückehafner hingegen streicht s etltGeld ein, und zieht damit ab, da das Geld im Lande,in den Gewerben, im Handel und Wandel beständigcirculiren sollte. So geht ee bey den GlückehäfenjU'
Mir