Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
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Glückseligkeit.

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Wir können öfters durch alle unsere Vorsicht dieUnglücksfälle nicht abwenden; und Elend, Armuth,Krankheit, Mangel des Leibes befallen uns, ohne daßwir die geringste Ursache dazu gegeben haben. Eö istwnlaugbar, baß uns dasjenige nicht die geringsteSchande macht, dessen Verbesserung oder Abwendung^icht in unserer Gewalt gestanden hat. Nur die La-sier sollten unsere Beschämung erregen, weil deren Ab-stellung in unsern Kräften stehe. Dennoch aber wer-den wir Menschen alles Unglück, welches uns drückt,wenn eö seiner Natur nach nicht bekannt werden mi»ß,sorgfältigst geheim zu halten suchen. Die Ursache die-ses Verfahrens ist nichts anders, als die Eigenliebe.Dieser Bewegungsgrund aller unserer Handlungenweibt uns beständig an, unsere Glückselrgkeir zu beför-dern. Es sey nun, daß eine wahre oder eine Schein-Glückseligkeit der Endzweck ihres Bestrebens ist: sswuß es ihr doch allemahl schmerzlich fallen, wenn sie ihrvorgesetztes Ziel nicht erreichet. Noch mehr aber mußste gerühret werden, wenn sie das Gegentheil von dem,das sie sich so eifrig angelegen seyn läßt, trifft. Weilos Gott nicht gefallen hat, für jeden Menschen eine be-sondere Welt zu erschaffen, sondern ihm eine mnahlige^stenge vernünftige Geschöpfe seiner Art an die Seitesehen: so ist es offenbar,. daß wir demselben nichtverwehre,, könne», über unsere Beschaffenheit und Um»Itande in ihren Gedanken zu urtheilen. Unser Vorzug^nd unser Ansehen beruhet bloß auf der Meinuug, wel«che diese Nebengeschöpft von uns haben. Diese kött-s'ou nur aus dem äußerlichen Sägern, und aus demje«lgen, was wir ihnen von uns bekannt werden lassen,m Urtheil fällen. Alles Unglück aber, als ein Mangelor Vollkommenheit, erniedriget uns. Man s:?ht al-l , warum die Eigenliebe so sorgfältigst bemüht ist, allevglucköfalle geheim zu halte«.

^ec.Enc. XIX Th.

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