Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
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Glückseligkeit.

Wir dürfen uns also durch den äußerlichen Sch^Nicht verführen lassen, zu glauben, daß dieser oder je«ner vollkommen glücklich sey. Es ist ganz und garunmöglich, in dieser Welt eine vollkommene Glückstkigkeit zu erlangen. Einem jeden Menschen geht anseiner Glückseligkeit etwas ab. Wir können nicht be«stimmen, ob dieser Mangel der Glückseligkeit bey einemgrößer sey, als bey dem andern. Wenn wir von derGröße des Unglückes, welches einen andern drückt,richtig urtheilen wollten, so müßten wir uns in denst^ben verwandeln können; wir müßten feine Natur nebstdem Unglücke zu übernehmen vermögend seyn. Ungt'achtet wir selbst eben dieses Unglück ausgestanden ^ben: so werden wir doch hierdurch nicht fähig, von dckGröße desselben bey einem andern zu urtheilen, bsorgloser Sanguineus kann ein Unglück sehr geringhalten, welches ein empfindlicher Cholericuö als da»größte seines Lebens ansieht. Da wir nun den MaN'gel der Glückseligkeit auszumessen ganz und garunfahwsind: so ist eS vernünftiger, wenn wir glauben, bw«lle Menschen gleich glücklich sind.

Ich würde mich nicht unterstehen, diesen Sahfür wahrscheinlich auszugeben, wenn die zeitlichen ©Hjter die wahre Glückseligkeit ausmachten. Der UeberWin einem Haust, und die Ehre, würden aledenn die©*wichce seyn, wornach man die Glückseligkeit auSwag*"müßte, und wir würden im Stande seyn, auf dielichen Menschen mit Fingern zu zeigen. Allein, ^sind zu sehr überzeugt, daß die Reichthümer und dUnglück in einem Haust zusammen wohnen könne ' >und wir wissen, daß die Ehre und der Ueberstuß Nl^hindern, von einer schmerzlichen Krankheit, oderveinem nagenden Verdrusse gemartert zu werden.

Die Glückseligkeit muß also unstreitig in einer gan»andern Sache bestehen. Wenn wir uns selbst kenne >wenn wir würdige Begriffe von unserer Seele, aw