Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
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Glückseligkeit.

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nem unsterblichen und unkörperlichen Wesen haben;wenn wir wissen, daß dieses der vornehmste Theil vonuns ist: so muß uns ohne Schwierigkeit beyfallen, daßwir die wahre Glückseligkeit allein bey diesem geistigenWesen suchen müssen. Es ist daher ganz leicht be-greiflich, daß diese Glückseligkeit nur in der Ruhe und.Zufriedenheit unserer Seele bestehe.

Nachdem wir den Grund der Glückseligkeit wissen,so ist es außer Streit, daß die Großen und Reichendieser Welt vor dem gemeinen Haufen und den Armenkeinen Vorzug haben. Sie sind allen Zufällen, welchedie Seele beunruhigen, unterworfen; und es ist ausdem obigen klar, daß wir keine Grade der Unzufrieden-heit bestimmen können. Ich getraue mir fast zu be-haupten, daß die Großen dieser Welt der Gemüths«Unruhe und der daher fließenden Unglückfeligkeit mehrunterworfen sind , als die geringsten Menschen.

Unser Ehrgeitz und die daher rührende Empfindlich-keit, wächst nach der Maße, wie unser Stand steigt.Die Erfahrung bestätiget diese Wahrheit, und die Na-kur unserer Seele laßt nicht den geringsten Zweifelübrig. Die Eigenliebe wird uns allemahl zu überre-den wissen, daß die größten Würden, in die manuns erhebt, eine gerechte Belohnung unserer VerLien-lw seyn. Wir fordern daher immer mehr und mehrKtung, «le einen Zoll, den man uns schuldig ist.Wir suchen immer höher zu steigen, weil wir unsereEigenschaften hierzu berechtigt halten; und es mußuns allerdings sehr nahe gehen, wenn wir glauben,r>aß unsere vermeinten Rechte in keinen Betracht ge-zogen werden.

Eben so beschäftigt ist die Eigenliebe, wenn unü dieGeburt die höchstenWürden mitgetheilt hat. Sie weißUns versichern, daß ein so hoher Rang niemandwürdiger, als uns, habe treffen können; und wir den«»en endlich, daß unsern Qualitäten noch mehr gebühre,

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