Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
Seite
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Glückseligkeit.

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Gott ist das allervollkommenste Wesen. Mit die-Vollkommenheit sind die allerhöchste Gerechtigkeitund Gütigkeit unzertrennlich verknüpft. Nach diesenEigenschaften muß er gegen alle Menschen eine gleiche^-iebe haben. Wo bliebe aber diese gleiche Liebe, wenn7er allerweiseste Schöpfer einen Menschen in der Weltln der That glücklicher machte, als den andern? Wür-nicht Gott den ungerechten Väcern gleich werden,^ ein Kind zärtlich lieben, und das andere ohne Ur-lache hasten? Ich kann mich also unmöglich überreden,"oß ein Menfth vor dem andern einen Vorzug in derwahre» Glückseligkeit genieße. Der Unterschied derstände rührt eigentlich nicht aus Gottes ausdrücklichenVerordnungen her. Weil wir lasterhaft genug waren,Beherrscher zu bedürfen: so hat Gott diese für un-lere Bosheit nöthige Einrichtung zugelassen. Allein,'uie lächerlich würde es seyn, wenn wir behaupten woll-en, daß wir durch unsere Laster die vollkommenstenUnd unveränderlichsten Eigenschaften Gottes vermin-dert hatten, daß dadurch seine Gerechtigkeit und Gü«^gkeie, und die daraus unwidersprechlich folgende gleiche^iebe gegen alle Menschen abgeändert worden wäre! <Ak'uüßte aber dieses in der That geschehen seyn, wenn der^.u^rschied der Stände einen Menschen wahrhaftigwucklicher machte- als den andern. Ich glaube nicht,jemanden dergleichen Gedanken einfallen können.

. Dieti, Satz beleidiget die allerhöchste Vorsehung Gottes imnicht. Ungeachtet der Untei schied der Stünde vv»dn^ Ausdrücklichen Verordnung nicht abhängt, so>beruht eSallerdings bey seiner weisen Vorsehung, die Menschen in. Stand zu setzen, den seine allerhöchste Weisheit für gutnndet. Die Bosheit des jüdischen Volkes verlangte einendennoch aber behielt es Gott seiner Vorsehnug vor,m er diese Würde zutheilen wollte..

Allein, die Menschen, welche Gottes Vorsehung incheu höhern Stand seht, werden dennoch nicht glück-'cher. Die gleiche Liebe des Höchsten gegen alle Men«

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