258 Gnade.
Gnade? Sie steht bey ihm in großer Gnade, b. i.Gunst, Gewogenheit. Eines Gnade leben, in ett«gerer Bedeutung, von seiner Barmherzigkeit leben.Siehe Gnaden - Brod. Auf Gnad: arbeiten/heißt bey den Handwerkern, wenn ein Gesell nicht aufeinen gewissen Lohn arbeitet, sondern mit demjenigenzufrieden ist, was ihm der Meister aus guten Wille»gibt. Ja, in noch weiterer Bedeutung wurde es ehe«dem für Neigung, Andacht, Danksagung, Frömwig«keit u. ss. f. gebraucht.
2. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, dieunverdiente Neigung eines Höhern, einem Geringer»Wohlthaten zu erweisen, wo eö am häufigsten gege»sehr hohe Personen, aus Höflichkeit aber auch gege»Geringere, wenn sie nur beträchtlich über uns erhabe»sind, gebraucht wird.
a) Ueberhaupt, diese unverdiente Neigung selbst,sie mag nun wirklich unverdient seyn, oder aus Herab«lassung als unverdient betrachtet werden. Lurch CB> ct?res Gnade. Gort gebe seine Gnade dazu.
von Gottes Gnaden u. s. f. Bey dem Landesherr»in großer Gnade, oder in hohen Gnaden stehe»«dessen Gnadeverlieren, verscherzen, wieder beyib»^in Gnade, oder in Gnaden kommen, dessen <£>»**de erlangen; aus dessen Gnade fallen. Cfetn»»'den zu Gnaden helfen, ihn bey einem Höher» '»Gnade bringen, wollen Ew. Durchl. hie G»»^haben, mir Ihre Befehle mündlich zu ertheile"-Halten Sie mirs zu Gnaden, nehmen Sie es twrungnädig auf. Die biblischen Redensarten, G»»^vor einem finden, einem Gnade geben, einem G»^de thun, mit Gnaden ansehen u. s. f. sind imdeutschen ungewöhnlich.
b) Eine darin gegründete Handlung, Erweis»»^dieser Gnade in einzelen Fällen. Einem eine G»»^de erweisen, erzeigen. Der Fürst haue die <£>»?*