Gold. 345
Wasser mit Nutzen geschieden werden kann. Es gibtw Hamburg, Berlin, Leipzig und Augsburg gewisseGoldscheider, welche dieses Geschäft als ihre Nahr-ungsart erwählt haben, und den Kaufleuten gegenBezahlung, die gemeiniglich i Gulden von der MarkSilber ist, das Gold vom Silber scheiden.
Da die meisten Metalle in ihren kleinsten Theilchensich auf das genaueste miteinander vereinigen, so hatMsm bis jetzt keinen andern Weg zu ihrer Scheidungausfündig machen können,als daß man eineSache zusetzt,die sich zwar mit dem einen Metall gern vereiniget, fürdas andere Metall aber keine Wirkung oder Gewalt hat.Dieses andere Metall muß demnach zu Boden fallen,und in einen so genannten König (Reguius) zusammengehen. Auf diesen Grundsätzen beruhet die Scheid-ung des Goldes durch das Spießglas oder durchden Schwefel.
Spießglas besteht aus einer mit Schwefelvereinig-ten Metallischen Substanz. Schwefel hat wenigerVerwandtschaft mit dem antimonialischen Metalle, alsMit Silber, Kupfer oder den andern Metallen, welchegemeiniglich mit Golde vermischt sind. Wenn daherSpießglas und legiertes Gold mit einander geschmol-zen werden, vereinigt sich der Schwefel des Spießgla-ses mit dem dem. Golde beygemischten Metalle und ver-schlackt dasselbe, da unterdessen das Gold, mit demMetalle des Spießglafts vermischt, zu Boden fällt,welches letztere hernach durch Feuer von demselben hin-weg gebracht werden kann. Das geflossene Spießglas,wodurch die Reinigung des Goldes geschieht, wird in
Chymie das Goldbad genannt.
Eine von den größten Schwierigkeiten bey diesemProcesse, betrifft die Schmelztiegek, als welche von derSchwefelmaterie sehr leicht zu zerspringen und zerfressenzu werden pflegen. Scheffer, im 14 B. der üb«ss.schweb. Abhandl. S. 26z, versichert, daß er diesem«P 5 gen