420 Gold.
nein Quart Weingeist im Marienbade zergehen,bedient sich dieser flüssigen Materie als einer Vorbe-reitung zum Vergolden, um die Oehlfarben zu reini-gen und in den Stand zu setzen, die Vergoldung a»Z^nehmen, ehe man gedachte Mischung darauf bringt.
Die Oehlvergoldung gebraucht man gemeiniglichauf den Kuppeln und Dächern der Kirchen, Pallasund anderer großen Gebäude, zu den StatüenVasen von Gypö oder Bley; kurz, zu solchen Sachen,die der freyen Luft und Wetter ausgesetzt sind.Feuchtigkeit schadet ihr nichts; man kann sie auch tä^!ich abwaschen, ohne sie abzureiben; daher auch eifertGitter, Altäre, Kutschen, u. d. gl. auf diese Weise ver-goldet werden. Die waffervergolduiig ersorderiweit mehr Zubereitung, und unstreitig auch tn$Kunst; sie kann aber nicht bey so vielerley Sachengebracht werden. Gewisse Bildhauerarbeiten inb^und Holz, allerley Sachen und Kasten von Pappe, ^einige Verzierungen in den Zimnrern, sind das einzig^was aufLeimgrund vergoldet wird. Diese Arbeit ^ ,{tlweder Regen noch andere rauhe Witterung vertragtsondern verdirbt, und das Gold springt ab. Hingetnimmt sie sich auch weit schöner, feiner und zarterAnstatt daß dieOehlvergoldung immer einerley21^'hen hat, kann man durch jene gleichsam mahlen; 1,1Glanz - und Matt-Vergoldung hat ihren Schallihre Reflexe und Nüanzen.
Man behauptet gemeiniglich, daß die alten Vergoldungbesser, als die unsrigcn, sind. Wenn die Frage bloß von dDauerhaftigkeit ist, so kann man es einräumen, weil die Aludas Gold viel dicker auflegten; in dem schinen Ansehen U"der Feinheit aber überruffr die heutige Arbeit die ihrige w«^Ihre Bildhauerey war plump und matt, ohne richtigevung, ohne artige Erfindung und angenehme« Aneben. I'.,Vergoldung war nicht« besser; sie acktctea nicht aus den A"druck, den die Bildhauerey haben sollte; sie verstanden o«Ausputzen nicht; alles war GlanzvergolSung, weil alles,