Gold. 427
will, wirb, an statt des Eyweißen, mit Leimlvasser von Per-Samentspänen qerieben, und mit einem Haarpinsel warm auf-getragen. Mit diesem Poliment werden aber nur diejenigenStellen der Biidhauerarbeit, welche glänz vergoldet werdensollen, b strichen. Diejenigen hingegen, welche man matt ver«8°Iden Mli, werden nur mit einer dünnen Leimfarbe von hellem^cher überzogen.
Wenn die drey Aufträge des PolimenteS trocken sind,wird n) dasjenige, was in der großen ebenen PortionWatt bleiben soll, mit einer neuen trocknen Leinwandabgerieben, welches verursachet, daß sich das Gold,welches nicht poliert wird, besser ausbreitet, glänzendWird, und daß das Wasser bey dem Auftrage der Ber-Zoldung besser abläuft. Hierauf gibt man den übrigentheilen, die Glanzgold werden, und nicht abgeriebenstnd, noch zwey Anstriche vom Poliment, welches zu-bor in Leim eingerührt, und durch Zugießung etlichertropfen Wasser gelinder gemacht worden: so ist dieArbeit bis zur Vergoldung fertig.
Eö folgt nunmehr 12) das Auftragen der GoldsBlätter selbst. Hier muß ich zuvörderst einige dazugehörige Werkzeuge, als: die Pinsel zum Anfeuchten,den Anschießpinsel, das Goldküssen, und den Bilbo-stuet beschreiben.
Die Pinsel zum Anfeuchten bestehen aus Haarendes GrauwerkeS, womit man die zu vergoldenden Stel-len anfeuchtet, damit das Gold darauf hafte. Nachdem Gebrauche muß man sie gleich aus dem WasserNehmen und ausdrücken, damit sie spihig bleiben.
Der Anschießpinsel, Fig. 1037, ist das Ende ei-nes Schwanzes vom Eichhorn, dessen Haare aber nichtunmittelbar an einem Pinselstiel, sondern zwischen ei,nem zusammen geschlagenen Kartenblatk befestigt, undwie ein Fächer 2 bis z Zoll ausgebreitet sind. DasKartenblatt ist an einem Stiel mit einem Niete befe-stigt, und läßt sich auf dem Niete zum Theil im Kreistumdrehen. Bey dieser Einrichtung des Pinsels ist der
Stiel