Gold. 455
Es gibt auch mechanische Mittel zur Absonder-ung des Goldes von der Oberfläche sowohl desSilbers als des Rupfers, welche gemeiniglich mitden wenigsten Umständen verknüpft sind. Istdas vergoldete Gefäß rund, so läßt sich dos Goldlüglich herunter bringen, wenn man solches Ge-laß auf eine Drehbank spannet, und mit einemgeschickten Werkzeuge abdrechselt, und den Tischmit aufgeschürztem Leder umkleidet, um die abspringen-den Goldspäne darin aufzufangen. Solchergestalt läßtsich, mit leichter Mühe, in zwey Unzen Spane alle«Gold von einem vergoldeten Gefäße, welches dreyMahl so viel Pfunde wiegt, zusammen bringen. Wosich diese Methode wegen der Figur des Stückes nichtanbringen läßt, kann man selbiges gebührend befesti-gen, und Kcaßeiftn verschiedener Art, nach der Größeund Gestalt der Gefäße, zur Hand nehmen, deren ei-nige groß, und an jedem Ende mit einem Griffe verse-hen, andere klein und schmal sind, um in niederge-drückte Theile hinein kommen zu können. Kann dasGold auf keine von ßeit angezeigten Arten herab ge-bracht werden, muß man seine Zuflucht zur Feile neh-men , als welche weit mehr von dem Metalle, als dasDrehwerkzeug, oder das Schabemeffer, herab bringt.Das Gold -Abfchabsel oder die Feilspane, können vondem darin enthaltenen Silber oder Kupfer durch dieoben beschriebenen Methoden gereiniget werden.
Auch von alten Rarnießen und andcrm vergol-deten Holzrverk läßt sich das Gold auf folgende WeiseAbsondern. Das vergoldete Holz wird eine Viertel-Stunde lang in sehr heiß gemachtes Wasser gelegen, fo,baß das Wasser darüber weg stehe. Wenn die Ver«goldung solcher Gestalt erweicht ist, wird das Holz her-s>us genommen, und Stück vor Stück in etwas warmNasser mit Bürsten von kurzen steifen Borsten, vonverschiedener Größe, theils kleinen, um damit in dasFf 4 Schniß.