590 Goßlartsches Bier. Gothisch.
Goßlarisches Bier, siehe Gose.
Goßlarischer Vitriol, siehe Vitriol.
Goffypium, siehe Baum-Molle.
Gothisch, L. 6t)s>>icu8, Fr. Lorliigue. heißt überhattkalles, was sich von den alten Gothen (einem V»ll^welches aus dem Norden kam, und mit der Zeit geg^Süden vorrückte, wo es viele Länder eroberte und ve^schieden? Köniqreiche errichtete,) und ihrer ErsindUNSheisschreibt, oder auf gleiche Art eingerichtet ist; ^im verächtlichen Verstände, so viel als alkväteriDaltmodisch, was schon längst nicht mehr Mode ist.sonderheit bedient man sich dieses Beywortes i»*^Kunstgeschichte, um dadurch einen barbarischenschmack anzudeuten; wiewohl der Sinn des AuSdch^ckes selten genau bestimmt wird. Vornehmlich sche>§er eine Unschicklichkeit, den Mangel derSchönheitU^guter Verhältnisse in sichtbaren Formen anzuzeigch/und ist daher entstanden, daß die Gothen, die sich’JJItalien niedergelassen, die Werke der alten Batiks'auf eine ungeschickte Art nachgeahmet haben. Düstwürde jedem noch halb barbarischen Volke begegn^welches schnell zu Macht und Reichthum gelanget, *5es Zeit gehabt hak, an die Cultur des Geschmackesdenken. Also ist der gothische Geschmack den Goth^nicht eigen, sondern allen Völkern, die sich mitken der zeichnenden Künste abgeben, ehe der GesckM"eine hinlängliche Bildung bekommen hat, gerne''ES geht ganzen Völkern in diesem Stücke, wie einzelnMenschen. Man mache einen, im niedrigen Ssnngebohrnen und unter dem Pöbel aufgewachsenen,schen auf einmahl groß und reich, so wird er, wen''in Kleidung, in Manieren, in seinen Häusern uGärten und in seiner Lebensart, die feinere Welt rraHahmet, in allen diesen Dingen gothisch seyn. -Das Gothische ist überhaupt ein ohne allenschmack gemachter Auswand auf Werke der Kunst/ ^