Gras. 719
4 uude das Gras fressen, d. i. übel, in den nied-^gen Sprecharten. Darüber ist langst Gras gewachedas ist längst vergessen.
2. Figürlich, i) In einigen oberdeutschen Ge-ändert, der bürgerliche Verhaft, das bürgerliche Ge-l^ugniß, weil, wie Frisch glaubt, ein Verhafteter da-Abst auf Gras, d. i. auf Stroh oder Heu liegen muß.jemanden mit dem Grase strafen. In das GrasAndern müssen. In Aachen wird das Gefängniß® ö8 Graßhaus genannt, wo man um des kurzen <tß willen beynahe vermuthen sollte, daß das Wortw dieser ganzen Bedeutung von dem folgenden Grast^stamme. 2) In Osiftießland ist Gras ein Wiesen-^aß von 300 Emder Quadrat. Ruthen; in welcherBedeutung auch das Lat. Gramen in den Actis SS. r.?Jul. S. 164, vorkommt.
Die Gräser, 8. Gramen, Fr. Herbe, welche eine^sondere Abtheilung der Gewachst ausmachen, wird^cht ein Jeder von den übrigen Gewächsen unterschei-den. Eß haben dieselben einen hohlen, gestreiften,Sj* Knoten und Gelenken versehenen Stängel; lange,lchMale, gestreifte Blätter, welche auch feinen, befotvStiel haben, sondern an dem untersten Ende sichn eiue Scheide verwandeln, welche den Stängel um-wie auch spelzige Blumen, welche einzele Sa-!?k«körner hervor bringen. Hieraus erhellet, daß un-J 5 Ce gewöhnliche Getreidefrüchte, Weihen, Korn, Hir«^ gl. eigentlich nichts anders, als Gräser, sind.leienigey, welche größere und zu Mehl und derglei-den! ^bisen dienliche Samen tragen, werden zwargemeiniglich Getreide - oder Feldfrüchte, Plantae ce-to a .* s vder frumentaceae, genannt, und diejenigen,kleinere Samen tragen, heißen eigentlich Grä-[ .i G ramina; allein, dieser Unterschied ist nicht hin-.stiim Gränzen hiervon sind nicht zu be-