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Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
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90 Hafer-Gras.

Gräser. Man kann ihn entweder für sich allein, oderim Gemenge mit andern Futterkräutern aussäen; nurmüssen die Orte, wo dieser wachsen soll, entweder schoneinen feuchten Boden haben, oder so gelegen seyn, daßman sie bequem wässern kann, wenn nicht die nasseWitterung solches entbehrlich machet. Am besten wirdderselbe auf ein Land, welches vorher Getreide getra-gen hat, gesäet; dieses wird durch Pflügen zur Saatzubereitet, und die Aussaat geschieht im Frühlinge oderHerbste, bey stillem Wetter, weil der Same klein ist,und wenn man Regen vermuthen kann; nachher wildder Boden gewalzek. Bey der Aussaat im Frühlingemuß man Hafer, Klee, Luzerne unter einander säen,damit daö RaygraS, welches im ersten Jahre sehrschwach kommt, der Sonnenhitze widerstehen und sichbesser bestocken könne. JtU Herbste kann rnan ihn al-lein aussäen. Vom ersten bis ins sechste Jahr wirdder Ertrag immer reichlicher, insonderheit wenn daöLand im dritten gedünget worden ist; und man kannihn vom zweyten bis zum sechsten Jahre drey auchmehr Mahl abmähen lassen. Daß er zum Mähen reifsey, erkennt man, wenn sich die Rispe zu zeigen an-fangt, ehe er aufblühet. Nach sechs Jahren kann einesolche künstliche Wiese wieder umgebrochen und mitFeldfrüchken bestellet werden.

Dieses Gras ist eines unserer frühesten Fuktergrä-ser, weil man es schon im May schneiden und verfüt-tern kaun. Daö Vieh frißt es mit vieler Begierde,und es kann nicht leicht damit überfüttert werden.Doch muß man es grün nicht allein, sondern liebermit Stroh oder anderm Grase vermengt füttern, auchmit andern Futterkräutern abwechseln, damit das Viehnicht verwöhnet werde. Hr. v. Haller aber will denAnbau dieses Grases nicht sonderlich empfehlen, undzieht das englische RaygraS diesem weit vor. KönigSramslauß soll in Lothringen dieses Gras zuerst ge-

bauet