Hage-Butte. 139
Hagebutte« überhaupt gemeiner gehalten werden. Umgekehrthingegen würde es besser gehen, wenn Säst van Weintraube«zu den Hagebutten käme, wodurch der Geschmack der letzter«gl.ichsam erhabener ausfallen würde, da eS in der Kochkunsteine Hauptrcgcl bleibt, matt schmeckende Sachen durch scharstoder säuerliche zu erheben.
Es ist auch nicht ungebräuchlich, die wilden Ha-gebutten ;u überzuckern, wie man mit den Johannis«Beeren und Kirschen zu thun pflegt. In dieser Ab-ficht nimmt man Zweiglein, an welchen mehrere Wie«pen sitzen; letztere werden der Länge nach aufgeschnit-ten, die Kerne herausgenommen und oben die Blumenabgefchuitrel». Nach dieser Vorbereitung laßt mandie Wiepen so lange liegen, bis sie moll werden, nach-dem man zuvor jede Frucht wieder zusammen, und inihre vorige Form gebracht hat. AlSdenn werden dieZweiglein mit den Wiepen in weißen, geläuterten undrecht steif gekochten Zucker (welcher sogleich hart wird,wenn man einen Tropfen davon auf einen kalten Tellerfallenläßt,) so hinein getunket, daß die einzelen Wie-pen von einander gehalten werden, damit jede beson-ders von dem heißen Zucker überzogen werde. Manzieht sie geschwinde aus dem Zucker wieder heraus, undhängt sie an einem warmen Orte auf, damit sie trockenwerden. Man muß sie akedenn bald zur Tafel geben,weil sie nicht von Dauer sind. Besser aber schmecktdiese Confilüre, wenn kurz vor dem Steifwerden desZuckers klein gestoßener Zimmer und abgeriebene Ci«tronfchale mit dem Zucker noch vereiniget werden; eswäre denn, daß man hierbei) mehr auf das Auge, alsauf den Geschmack sehen wollte, um den Zuckerüber-zug, mit Nichts vermenget, dem Gesichte darzu-stellen.
Die getrockneten, insonderheit die großen Garten-Hagebutten werden entweder allein, oder mit großenRosinen zugleich, gekochcr. Man kochet sie entwedermit Wasser allein, ode* mit halb Wasser und halb
Wein,