Haken-Pflug. 243
fett Ziehen gibt es manchen harten Ruck gegen Steineund Wurzeln. Zwanzig Mahl hält der Haken solcheStöße aus, ohne zu brechen, wobey der gewöhnlichePflug allemahl Gefahr leiden würde. Ist dem Häkerdie aufgebrochene Erde zur rechten Hand, so lehnet ermit der Sterze den Haken rechts über. Solchergestaltarbeitet er neben der zuerst herunter gezogenen Fahredie zweyte hinauf. Hierin besteht also ein wahrer Vor-zug dieses Werkzeuges, daß der Arbeiter nicht, wie beydem gewöhnlichen Pfluge, von einer Fahre zur andernziehen darf, wenn er umkehret. Bey dem gemeinenPfluge macht das Vieh durch solches Umziehen wirk-lieh unnütze Wege, die von dem unvollkommerren Baudes Pfluges herrühren, weil die Erde immer nach der-selben Seite hin liegen muß, woran der Reester befe-stigt ist.
Der Boden möge beschaffen seyn, wie er will, tho-nig, sandig, steinig, Berg oder Thal: so ist der Ha-ken allemahl zu gebrauchen, wenn das Land sonst nurirgend der Bearbeitung fähig ist. Gewisse Felder sindmit Steinen, i Fuß stark und noch größer, gleichsambesäet. Die Mühe verlohnt sich nicht, diese Steinewegzuschaffen. Von dem Erdreiche, welches zwische»den Steinen unbedeckt ist, macht der Ackermann den-noch gern Gebrauch. Mit dem gewöhnlichen Pflugewürde nichts auszurichten seyn, weil er die Steine zu-sammen schiebet, und zwischen dem Steinhaufen zer-bricht. Der Haken hingegen hebt und stößt die Stei-ne bey Seite, und ist das einzige Werkzeug, welchesin solchem Boden gebraucht werden kann. Eö werdenBerge und Anhöhen, die in die Runde gehen, und ei-ne Böschung von 45 Grad und darüber haben, mitdem Haken bearbeitet. Der gemeine Pflug ist da garnicht zu gebrauchen. Wenn trockneS Wetter einfällt,so arbeitet man mit dem Haken noch fort, da der Pflug,wegen der Härte deö dürren Erdreiches lange ruhet.
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