244 Haken-Pflug.
Es wird so gar im Winter, so oft es nöthig ist, wenndie obere Erdrinde auch etwas gefroren ist, noch fortgehaket, ob gleich der Schnee 3 und mehr Zoll hochdarüber liegt. Jedoch findet dieses nur in der Dreesch»Fahre auf strengem Acker, oder in trocknem Sandbo-den, Statt. In strengem Stoppellande, oder zumWend-Acker, würde damit gar nicht fortzukommenseyn.
Bey allen dem ist der große Unterschied zu bemer»ken, wie der Haken in trocknem, und wie er in nassemWetter arbeitet; wie er in strengem Boden, und wieer in einem lockern und leichten Erdreiche gebrauchtwird. Eö kommt hierbey alles auf die Breite undTiefe der Fahre an. Hat der Acker die gehörige Ge.fchmeidigkeit, fo werden die Hakeneifen breiter ausge-dehnet, und damit auch breitere Fahren abgehalten.Die breiteste Fahre hält gewöhnlich 1 Fuß bis i4Zoll.Es versteht sich von selbst, daß breite Hakeneifen undReester durch starke Ochsen regieret werden müssen,die schmahlen hingegen für schwache Ochsen gehören.Wollte man mit einem kleinen Haken breite Fahrenabhalten, so blieben Balken stehen. Der Häker hates schon im Gefühle, wie breit er die Fahre nehmenmuß. Auf langen Ackerstücken findet er eben so dasrechte Maß der Hakenwendung, ohne den Maßstab an-zulegen. Eine Hakenrvendung ist im Meklenburgi-schen eine Strecke von 30 bis 50 Ruthen, worin derHäker auf ebenen Feldern, wenn er gleich in einer Stre-cke weiter fort arbeiten könnte, still halt, um daö Viehausruhen zu lassen. Wenn die Strecke in eins fortgeht, läßt man bloß das Vieh etwas still halten, undnach 4 auch wohl 1 oder 2 Minuten weiter fort arbei-ten. Das Umkehren wird dabey ersparet. Die Stre-cke einer Hakenwendung ist darum nicht von einerleyGröße, weil schwache Ochsen in einer langen Streckenicht aushalten, indem das Erdreich bald hart bald