Band 
Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
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Hamster. 393

Die Hamster wachsen sehr geschwinde; doch sollteman aus ihrer auch im Anfange des Frühlinges, da esnoch keine Junge gibt, so verschiedenen Größe schlie-ßen, daß sie wenigstens ein volles Jahr nöthig haben,um gänzlich auszuwachsen, und vielleicht nehmen sienoch länger etwas an Größe zu. Dem ungeachtetscheint es, daß die im May geheckten Weibchen, ge-gen den Herbst desselben Jahres schon zur Fortpflanz-ung geschickt seyn, da man Weibchen findet, derenNestbau nur 2 oder 3 Falllöcher hat, und die oftnur 4 oder 5 Junge haben. Dieses, und ihre gerin-ge Größe, auch andere Umstände, lassen vermuthen,daß sie in eben dem Jahre geboren seyn, in welchem sieselbst gebären. Vielleicht aber sind die Männchen erstim künftigen Frühlinge zur Zeugung tüchtig, da diesebey allen Thieren ihre Vollkommenheit später, als dasandere Geschlechts erlangen.

Was das Alter der Hamster betrifft, so ist, da manmit einigem Grunde anzunehmen pflegt, es verhaltesich das Lebensalter eines Thieres zu der Zeit seinesWachsthumcS, wie 7 zu i, wahrscheinlich, daß sie 7bis 8 Jahre leben können, welches Alter aber nichtviele erreichen, da wohl die mehrcsten, ehe sie es soweit gebracht haben, durch allerhand Zufälle umkom-men. Denn außer den Menschen, die jährlich vieleTausend dieser Thiere fangen, und die allein mehr, alsihre andern Feinde zusammen, zu ihrer Ausrottungbeytragen, ködten die Hunde eine große Menge dersel-ben. Denn alle, selbst die kleinsten Gattungen derHunde, pflegen sich sehr mit dieser Jagd zu belustigen,ob sie gleich niemahls davon fressen. Die Raben hin-gegen nehmen diese Verrichtung sehr gern auf sich,so, daß, sobald sie einen solchen Kampf erblicken, sie sichin der Nahe sehen, und zusehen, indem sie wohl mer-ken, daß ihnen eine gute Mahlzeit bereitet wird, zuwelcher sie, so bald der Hund den Hamster todt liegen

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