Hamster. 395
findet man in einem Loche, welches in der Meinung,eö sey ein Hamster darin verborgen, von diesen Leutenaufgegraben worden ist. Wenn über den alten Schneeein neuev nach Mitternacht fällt, oder der Wind starkwehet, kann man am folgenden Tage keine Jltiße fan.gen, indem dadurch ihre Fußstapfen unkenntlich ge-macht worden sind. Denn die Jltiße gehen nur vorMitternacht aus dem Bau, darin sie sich eingenistethaben, heraus, und finden sich um diese Zeit wiederdaselbst ein. Sie durchstreichen das Feld, um sichVö-gel und Mäuse zu hohlen, oder sie besuchen die nahegelegenen Höfe, wo sie an Federvieh und Kanincheneinen nicht geringen Schaden anrichten, wobey sie ih.rer noch mit Hamstern besetzten Speisekammer schonen,und sie vielleicht noch mit andern Arten von Lebensmit-teln bereichern. Da sie ihre Spatziergänge zuweilenziemlich weit machen, und nicht in gerader Linie, son-dern bald hier, bald dort hin laufen, so muß man nicht'selten, wenn man die Spur gefunden hat, noch zweyoder drey Stunden suchen, ehe man den Bau findet.
So bald die Felder gelb, und die Körner reif zuwerden anfangen, sind die Hamster die ersten, welchedavon einarnden, und auf ihren Wintervorralh bedachtsind. Vorzüglich scheinen sie die Samenbehalmiffedes Flachses (Leinknoten,) große Saubohnen und Erb-sen zu lieben. Ein Hamster, der auf einem Flachs-Stücke liegt, wird nicht leicht etwas anders als dieSamen davon eintrügen; sie nehmen die Knoten ganz,ohne die Samen auszuknaupeln; auch tragen sie dieSchötchen von Rübfamen ganz ein; Bohnen hinge-gen, Erbsen und alles andere Getreide, lesen sie reinaus, und bringen sie, ohne Hülsen und Äehren, in ih-re Wohnung. Dieses versteht sich von alten Ramm-lern, welche Zeit genug dazu haben. Die Weibchenund die spät geheckten Jungen, da ihnen wenig Zeit -übrig bleibt, eilen, daß ihre Kammern voll werden.