III
Hopfen.
Ein trauriger Zufall, welcher im I. unsre Gebendtraf/ hat mich darauf gebracht/ den Hopfen auf diese vorcheil-haste Art zu behandeln. Der Hopsen war in gedachtem Iudremeistens angebunden, und schon etwas hoch gewachsen, als einfürchterliches Hagelwetter entstand, wodurch die meisten Duin»ken abgeköpset wurden. Ich achtete den Hopfen für verloren.Aber nach einigen sehr warmen und fruchtbaren Tagen wurdeich gewahr, daß ungewöhnlich viel Träger heivorsproßten; ichfand in der Folge viel weniger als gewöhnlich Laub, aber einedesto reichere Aernde des vollkommensten Hopfens. Ich habeseit dieser Zeit jedes Mahl den Hopfen auf die oben beschriebe«ue Art köpfen lassen, und gedachte gute Wirkungen davon ge«spürt. Es kann daher diese Behandlungsart dru Hopfenbau-rrn sicher empfohlen werden.
Hr. v. Campen in Eiklingen, hat Versuche angestellt,um rn erforschen, ob der Hopsen von reichlichem Ertrage sey,wenn man ihn nöthiget, seine Ranken von einer gewissen Hohewieder herunter zu beugen. Er hat nähmlich 5 bis 6fuß!geRanken mit ihren Spitzen herunter gegen die Erde beugen, undan die dabey gesteckten kleinern Stangen anbinden lassen. DieRanken wuchsen mit ihren Spitzen bis zur Erde, wendetensich hinauf, und gingen weiter an ihren alten Stangen iu dieHöhe, bis in den Inl., da die Blüthe hervor kam, der dieHäupter folgten, welche im Ock. ihre Reife erhielten. Er hatalso bey diesem Versuche ein mehreres nicht gesunden, als daßdie Ranken länger, dir Häupter selbst aber kleiner, und derenweniger gewesen.
LinnL merkt in seiner schottischen Reise an, daßin den vielen in Schonen angelegten Hopfengärten derHopfen gar nicht an Stangen aufwächst, sondern nurmit Reifern beleget wird, die aus Bündeln von Bir-kenzweigen bestehen, von welchen die Schafe zur Win-terszelt die trocknen Blätter abgefressen haben.
So lange der Hopfen noch klein ist, lässet man ihmalle Blätter, weil sie ihm Nahrung aus der Luft zufnh.ren; ist er aber so hoch und dick, daß die Luft nichtmehr frey durchstreichen, noch die Sonne den Bodenerwärmen kann, fängt man an, die großen Blätter, unddie Nebenfprossen, welche die Hopfengärtner Räubernennen, 2 Fuß hoch von der Erde, von unken hinauf