158 Hopfen.
könnten. Wenn sie einen neuen Hopfengarten anle«gen, so verfahren sie damit folgender Maßen. Siegraben den Garten im Frühjahre um, und düngen ihnzugleich mir gutem Miste also, wie man gewöhnlich zuKohl dünget. Weil der Boden der Garten bey langeaußerhalb der Teiche gestandenem Winterwüster, oftvom Stauwasscr noch spachin sehr naß bleibt, so müs-sen sie dieses oft bis Maytag verschiebe«. Ist aberder Boden schon im April zur Bearbeitung tüchtig, soverrichten sie es zeitiger. Später aber, als bis May«Tag, verschieben sie es nicht, weil sonst die eingelegtenKeime bey erfolgender trockner Witterung meistensvertrocknen würden. Wenn der Garten umgegrabenund gedünget ist, machen sie reihenweise nach dem Au«grnmaße i biß i -§ F. tiefe und breite Löcher, jedes 8 ,io bis 12 F. von einander. In die Mitte eines jedenLoches setzen sie aufgerichtet ein Bündel Hopfenkeime,ermann ioS>ück, jeden io bis I2Z. lang, auch wohlweniger Vtucke, wenn sie ziemlich stark sind, scharrenvon der ausgeworfenen Erde etwas daran, drücken siean, füllen das Loch um das Bündel Keime mit Mistan, und legen alsdenn die übrige Erde also herüber,daß die Keime nur so eben aus der Erde hervor stehen.Sie nehmen diese Keime von solchen Stöcken, die imvorigen Jahre vorzüglich gut getragen, und die sichdazu ausgezeichnet haben. Zum Zusammenbinden de«Keimbündels bedienen sie sich getheilter und zerspalte«ner Hopfenwurzeln. Wenn die Keime eine Hand hochgetrieben haben, werden Stangen dabey gesetzt, un>zwar in diesem ersten Jahre, weil der Hopfen in dem»selben noch nicht sehr hoch treibt, nur gewöhnlicheVitsbohnenstiefeln. An diese Stangen werden diejungen Ranken lose angebunden, mit einer Art in denWiesen und Gräben wachsenden Schilfes, welchen siezu diesem Behuf im vorhergehenden Sommer bey demHeumacher« gelegentlich gesammelt haben. Das Erd«