Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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*92 Ich.

Latarn ich, bey den Griechen im Vövtis6)en i«v»,im gut- ego, im Itgl- >o, im Franz. ze, im Engl. z, im Span. y,bey den Slavoniern i», g-., den den krainerischen Wenden jeft, j,nLettischen es, selbst bey den Hebräern, wenigstensals ein Suffixumder Zeitwörter, Man wird sich um diese allgemeine Ucbereinrstimmnng fast aller bekannten Srrachen, welche selbst in der Diklina«tiott dicsis Fürwortes sichtbar ist, nicht verwundern, wenn man er-wäget, daß schon die Natur uns lehret, durch die mit dem ich ver-bundene Einziehung des Aihemo, sein eigenes Individuum zu be,zeichne».

Da nun dieses ich der natürliche Ausdruck seineseigenen Jndividui ist, so legt fiel) auch die ganze Vor-stellung, welche ein jeder von seiner Person hat, durchden Ton an den Tag, mit welchem er das ich aus-spricht, uild man wird jchon durch dessen Hülfe sehrriefe Blicke in das Herz eines Jeden thun können.

Wenn ich hier eine Verschiedenheit des Tones derAussprache des Worte» Ich behaupte, so verstehe ich un-ter dem verschiedenen Tone, nicht den besondern Accent,welcher in einer Rede oder auch im Gespräche auf das Ichgelegct wird, um den Gegensatz gegen eine oder mehr an-dere Personen, oder auch sonst eine Nuance der Rede aus-zudrucken; sondern ich verstehe hier darunter den Ton, mitwclchein alle Menschen, nach ihrem verschiedenen Chara-kter, auch nicht selten nach ihrem verschiedenen Stande,Vermögen und Ansehen, das Ich verschieden aussprechen.Jener Ton gehört zur Declamakion im Reden; dieser aber,von dein ich hier rede, zu der Charactcristik der Menschen.

Eü ist sehr schwer, von bloßen Tönen so zu schreiben,daß man sich verständlich macht. Ich werde also nur dieam stärksten von einander abstechenden Beyspiele von Tö-nen, woknit dos Ich so verschieden ausgesprochen wird,hier anführen können, um meine Leser in den Stand zu se-tzen, diese Beobachtungen, wenn sie Lust dazu haben, in fei-neren Nuancen selbst anzustellen.

Dem aufmerksamen Beobachter entdeckt sich der Cha-racter der Menschen eben sowohl in dem Tone der Sprache,als in den Minen. Das Wort Ich ist unstreitig einemjeden das interessanteste unter allen Wörtern. Der bloßeTon der Aussprache dieses Wortes, allein genommen, gibtschon einen nicht ganz unsichern Maßstab ab, wie groß dieBegriffe seyn, die ein jeder von sich selbst hat, und wie groß