Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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Ich. 29z

das Zutrauen sey, welches er auf seine Kräfte, feine Fä-higkeiten, seinen Stand, sein Vermögen, auch auf seineVerwandtschaften, setze; hinzugefügt aber zu andern Um-standen, aus denen inan von dein Aeusserlichen eines Men-schen auf seinen Characker schließen kann, keine geringeVermehrung der Größe der Wahrscheinlichkeit mache. Wieweit ist das Ich eines aufgeblasenen jungen Magisters,von dem Ich eines wahrhaftig großen Gelehrten , welcherso viel gelernt hat, daß er in jeder Wissenschaft steht, wieviel wir Menschen nicht wissen, selbst im Tone unterschie-den! Das Ich eines honigsüßen jungen Herren, von demIch eines alten grämlichen Geitzhalsis; das Ich einerDethschwester, von dem Ich einer Coquckte; das Ich desWindbeutels, von dem Ich des bescheidenen Mannes; dasIch des niulhige», heitern Menschenfreundes, von deinIch des kleinen hinterlistigen, der nur immer auf seinenVortheil sieht; das Ich des Beherzten und des Fiirchkfa«nien, des Stolzen und des Demüthigen, dcö Wollüstlingcsund des Stoikers — Welch eine große Verschiedenheitin der Aussprache aller dieser Ich! 2" dem Ick) des jun-gen Herren, etwas anschmiegendes, süßes, gezogenes; indem Ich des grämlichen Gcitzigen etwas knurrendes, wel-ches mit dem Knurren eines am Knochen nagenden Hun-des nicht wenig Aehiilichkeit hat. Das Heulende, demTone einer Nachteule gleichende i» dem Ich der Bethschwe-ster: das schreyende, hoch und dennoch stumpf tönende indem Ich des Windbeutels; das tiefe, sich immer gleicheIch des bescheidenen Mannes; das fast mihörbare, ganzan das folgende Wort hinan gezogene, und dennoch mit ei-nigem Stammeln hervorgebrachte Ich des Furchtsamen;der scharfe Ton in dem Ich des Beherzten; der scharfe,aber weit tiefere Ton, und die kleine Pause, welche derStolze nach der Aussprache eines so hochachkungswürdlgenWortes, um den ganzen Werth der großen Idee fühlen zukönnen, macht; alles dieses, (nur das Ich der Coquelteausgenommen, als welches, wegen feiner großen Verän-derlichkeit, besonders studiert werden muß,) fällt so sihr indas Ohr, und kann von Jedem so leicht bemerket werden,daß ich eine sehr überflüssige Arbeit thun würde, wenn ichmich bey der Beschreibung dieser Töne länger aufhaltenwollte.

Bey

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