Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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Jesuit. 375

wohl einige ihrer Gegner aus eigennützigen Absichtengar jii beredt gewesen seyn, um das Häßliche einigerjesuitischen Meinungen zu vergrößert».

Die merkwürdigste Epoche in der Geschichte derJesuiten, ist die oben erwähnte Errichtung ihrer Re-publik in Paraguay, und ihr dadurch veranlaßterSturz in Portugal und Spanien. Ihre Absichtschien, wie ich gezeigt habe, im Grunde nichts gerin-geres zu seyn. als für den Orden ein eigenes weltlichesReich zu gründen, welches, unabhängig von jedein an-dern Staate, unter der Regierung eines Jesuiten,dem man vielleicht mit der Zeit eine Krone aufzusehendachte, stehen, Bündnisse init andern Reichen schlie-ßen, und sich durch seine eigene innere Macht gegenalle Angriffe Vertheidiger, könne. Man könnte hier-bei) anmerken, daß dieses ihrem Gelübde der Arrnuthgerade entgegen sey. Das Gelübde der Armuth be-deutete aber bey den Jesuiten weiter nichts, als daßman für feine eigene Person keine eigene und abgeson-derte Güter haben durfte. Die Professen der vierGelübde durften keine Güter erwerben, sondern muß-ten von Almosen leben; diejenigen aber, welche nuran die einfachen Gelübde gebunden waren, nahmenGeschenke an, und durften Reichthüiner erwerben.Zuerst zogen sie nach und nach den ganzen Handel,welchen Portugal und Spanien dahin führte, an sich,und versicherten sich dadurch des zu einem solchen Pla-ne nothwendigen Fonds. Als die Portugiesen undSpanier endlich ausmerksam wurden, und man vonSeiten der Höfe, Commissarien und Truppen nachParaguay sandte, um die gehörigen Gränzen zu be-stimmen, worin die Jesuiten sich halten sollten, wider-setzten sich diese thätlich, und führten einen blutigenKric z gegen zwey Könige, welche, von der erstenSti, ung des Ordens an, ihre größte Wohlthäter undBejchüher gewesen waren. Das war aber noch nichtAa 3 alles.