374 Jesuit.
aller. Man gab den Jesuiten in Portugal und Spa-nien Schuld, und bewies in öffentlichen Schriften,daß sie die Haupltricbfeder der im I. 1758 versuchtenErmordung beyder Könige gewesen wären. Das be-förderte ihren gänzlichen Untergang in diesen Staaten.
In Frankreich ging es ihnen einige Jahre daraufnicht besser. Die Veranlassung dazu war sonderbargenug, und dem Orden gewiß sehr unerwartet. Aul.ve la IZalette, Superior der Jesuiten in Martinique,hatte eine ansehnliche Partie Waaren an französische »Kaufleute gesandt, und den Betrag von ungefähr zNullionen in Wechseln auf sie gezogen, welche auchacceptirel wurden; die Schiffe aber, welche die Waa-ren geladen hatten, fielen in feindliche Hände, und ka-men also nicht zur Stelle. Die Wechsel, da sie ein-mahl acceptirt waren, mußten bezahlet werden, unddie französischen Kaufleute griffen die Jesuiten inFrankreich an, und verlangten, daß diese den nöthigenFond dazu anschaffen sollten. Diese weigerten sich,unter dem Verwände, daß dieses ein Privatgeschäftdes P. ve la Valette sey, woran die Gesellschaft kei-nen Antheil habe. Die Kaufleute wendeten dagegenein, daß ein einzelnes Mitglied der Gesellschaft für sichkein dergleichen Geschäft machen könne. Es kam zueinem förmlichen Proceß. Die Jesuiten bestandenauf ihrem Sahe, und das Parlament verlangte, daßsie ihre Constitutionen einliefern sollten, damit mansolche durchgehen, und untersuchen könne, ob, nachdem Inhalte derselben, ein einzelnes Mitglied der Ge-sellschaft wirklich befugt sey, dergleichen Handel zutreiben. Die Jesuiten waren dieses Mahl so unvor-sichtig, dem Parlamente ihre Constitutionen zu über-liefern, und da fand man denn alle die gefährlichenGrundfähe, wegen welcher man sie bisher im Ver-dacht