Jesuit. 377
Papst ein Schreiben ergehen, in welchem sie ssür denErzbischof zu Mohilow das erzbischöfliche Palüum,und die Würde eines Primas, und für den ExjesuitenAbk BmislawSki, die Coadjutor-Stelle zum Erzbis-thum, und die Bestätigung der Wahl des General-Vicars der Jesuiten und deren Institutes in Weiß-Rußland verlangte. Man kann sich die Verlegenheit,in welche PmS VI. dadurch gerieth, leicht vorstellen.Er ergriff die gewöhnliche alte Politik des päpstlichenStuhles, durch Zaudern und Weitläustigkeiten dieSache in die Lange zu spielen, und gab dahin lautendeBefehle seinem Nuntius in Warschau, welchem dieseSache aufgetragen war. Allein, diese alte Politikpaßt nicht mehr für das igte Jahrhundert, wie derPapst auch schon durch maucheaudere Beyspiele erfah-ren haue. Da die Kaiserinn keine Antwort von demPapste erhielt, so erklärte sie sich in besondern Schrei-ben an die päpstlichen Nuntien zu Warschau und Wien,Herren Archetti und Garampi, mit Anführung derBewegungsgründe, und mit Beschwerde über daSAusbleiben der päpstlichen Antwort, zur Protectorinnder Jesuiten, deren Gesellschaft in ihren Staaten zuerhalten sie sich entschlossen hätte, und wovon gedachteNuntien dem Papste Bericht abstatten möchten. DieSache gewann nun einen andern Gang. Der Exje-fuit Abt Benislawski begab sich selbst nach Rom, miteinem Empfehlungsschreiben des römischen Kaisersbegleitet, und nahm, bey seiner Ankunft in Rom, imFebr. 1783/ bey dem dasigen kaiserl. Minister, Cardi-nal Herzan, sein Quartier. Unterdessen hatte derPapst bey verschiedenen katholischen Höfen um derenMeinung bey diesen Umständen gefragt, und die Ver-legenheit vorgestellt, in welcher er sich befände, einegroße Menge katholischer Seelen in dem russischenReiche (deren.Zahl man über 2 Millionen angab,) zuverlieren. Diese Höft hatten ihm geantwortet, daß
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