Indiz. 559
bis auf dem Boden weiter nichts, als die Hefen, oderdie dickste Substanz übrig bleibt, welche man herausnimmt und auf Tücher ausbreitet, um sie hernach indie Sonne zu legen. So bald sie eine gewisse Festig»keir zu bekommen anfängt, macht man Kugeln oderTäfelein daraus, die man auf dem Sande trocken wer?den lässet; denn eine jede andere Materie würde dieFarbe derfelben verschlingen oder verderben. Wennvon ungefähr der Regen darauf fällt, so verlieren sieihren ganzen Glanz. Wenn der Indigo in diesem Zu-stande ist, so nennen sie ihn Aaliad. Der von derbesten Art ist trocken, leicht, schwimmt auf dem Wasser,und hat in der Sonne einen violblauen Glanz. Wennman ihn anf glühende Kohlen legt, so gibt er einenviolblauen Rauch, und lässet wenig Asche zurück.Der Vortheil derer, die diesen Indigo machen, bestehtin der Verschwiegenheit, die sie in Ansehung dieser Zu?bereitung beobachten, die sie, ob sie gleich an sich vongeringer Wichtigkeit ist, wenig Leuten entdecken, weilsie, wenn sie selbige bekannt machten, befürchteten, daß sieallen ihren Nutzen verlieren würden, wie es bey denmeisten Dingen, die nur wegen ihrer Seltenheit ge?schätzet werden,zu geschehen pflegt.“
Ii. In Afrika wächst die Indigpflanze auf derInsel Bonavista, wie die Baumwolle, von freyenStücken, und die Einwohner können es also stir diebloße Mühe haben, dieselbe einzutragen. Das Un-glück ist, daß sie die Kunst nicht verstehen, die Farbeabzusondern, oder dasjenige zu machen, was Stein?Blut genannt wird, wie in West?Indien, sondern siezerstampfen nur das Laub von dem Gesträuche, da esnoch grün ist, mir einem hölzernen Stößel und Mör-ser, weil es ihnen an Mühlen fehle, sie zu zermahlen.Sie machen solcher Gestalt eine Art von Brey daraus,den sie in dicke runde Kuchen formtren, und zu fer»nerm Gebrauche trocknen lassen.
Auf