Indiz. 595
eine Handvoll vo» seinen Blättern ein wenig drückt,ist es so steif, daß es ein wenig bricht, und ein kleinesGeräusch macht. Diese beyde Merkmahle, der Blü-the und des Geräusches, trifft man bey dem französischensowohl, als auch dem unechten Anil, an, von was fürHöhe beyde auch sind, und sie dienen überhaupt inAnsehung des Schneidens beyder Arten zur Regel.Gleichwohl finden sich Umstände, wo es nöthig ist,das Schneiden zu beschleunigen, und andere, wo manes aufschieben muß. Man muß es beschleunigen,wenn die Raupe in so ungeheurer Menge überhand ge-nommen hat, daß man befürchtet, sie möchte vor derzesehten Zeit alles verzehren; es gibt aber alsdannpiel weniger, und die Waare, welche man davon be-kommt, bleibt nicht recht beysammen, welcher Fehlerschon hinreichend ist, allezeit seinen Preis zu vermin-der», wenn auch gleich die Zubereitung noch so gutvon Statten ginge. Man inuß es im Gegentheileaufschieben, wenn der Anil nach gar zu häusigem Re-gen schnell gewachsen ist, und es nun daö Ansehen hat,als wenn sich schönes Wetter einfinden wollte. Denneine gute Witterung von 8 Tagen ertheilt ihm Festig-keit, und hebt die Schwierigkeiten, welche die Gähr«nng verhindern könnten. Ohne diese Vorsicht würdeder geschickteste Meister sich nicht zu rathen wissen.Man sieht sich wegen der zu häufigen Regen, beson-ders in der ersten Iahrszeit, zuweilen gar genöthigt,eine ganze Aernve wegzuwerfen, weil entweder derSame nistet Festigkeit genug hat, und unter derSchlagstange zergeht, oder, weil dieser Regen, wel-cher zu der Zeit fällt, wenn der Anil in seiner Reifesteht, verursachet, daß alle Blätter abfallen, undweiter nichts als Besen übrig bleiben. Alsdann läs-set man, um nicht die Negern vergeblich zu beschäft-igen, das Kraut sofort abschneiden, damit die folgendeAernde nicht aufgehalten werde.
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