6i8
Jndig.
In denen Gegenden, wo man Wasser nach Belie-ben bekommen kann, hat man noch zwey sehr wesent-liche Dinge in Gewohnheit; das eine betrifft die Be-Pflanzung alter verlassener Aecker, welche von dem Un,kraute verderbt worden sind; und das zweyte die Art,wie man mit den von der Raupe verwüsteten Jndig-'Stängeln umzugehen hat.
Einen von Unkraut verwilderten Boden vollkom»wen zu reinigen, muß man die Erde umgraben, gatenUnd zurichten, um sie zu einer vollkommenen Bewässer-ung, welche man sogleich darauf anstellt, zuzubere'ten.Das bewässerte Stück Landes sieht bald nach der Be-wässerung mit Grase ganz überzogen und befleckt aus.Man lässet aber das Gras nur so lang wachsen, daßwan es mit der Hand ohne Mühe ausreissen kann,welches leicht angeht, wenn man die Erde auf gedachteArt zubereitet hat. Man nimmt alle diese Arbeiten,von der ersten an bis auf die letzte, zum zweyten Mahlvor, um den Boden vollends zu reinigen. Endlichwerden diese Arbeiten zum dritten Mahl wiederhohlet,doch mit dem Unterschiede, daß man bey dieser Wie-'derhohlung vor der Wässerung den Jndig pflanzet.Man gäret ihn einige Zeit nachher, d. i. wenn er unge-fähr Zoll hoch ist, aus; denn, wenn er zu kleinwäre, würde man ihn mit dem Unkrauts zugleich aus-reisten.
Nächst dem Gäten ist die Raupe eine der Haupt-Gegenstände der Aufmerksamkeit des Jndigotiers.Man sucht der Verwüstung derselben dadurch zuvorzu kommen, daß man, so viel möglich, den Jndig schnei-det, ehe sie noch großen Schaden darin angerichtet hat.Wenn aber die Raupe, aller Wachsamkeit und allerdabey gebrauchten Vorsicht ungeachtet, zu weit eil,ge-rissen hat, überlässet man ihr den Ueberrest der Pflan-ze, welche ohne dieß in kurzem weiter nichts als einen