Indig. 667
Eisenvitriol, 'Sublimat, Pottasche :c.) gemäßigteGähruug immer mehr und mehr entwickelt werden.Es beweiset es auch der besondere Geruch der IndigoKüpen, die aufsteigenden Bläschen, die kupferfarbigeHaut und der blaue Schaum, welcher sich auf demLiquor der Küpe, unter dein Nahmen der Blume,der Blüche oder des FlorirenZ, anhäufet, daß einewirkliche Gähruug in derselben vorgehe. Der Liquorder Indigküpen selbst ist, wenn sie gehörig angekom-men sind, d. h. gut gegohren haben, grün, und alles,was man daraus färbet, ist, wenn es aus denselbenheraus gezogen wird, ebenfqlls grün. Zu der Entsteh-ung dieser grünen Farbe scheint, nebst der Gährung,vorzüglich die Wirkung der alkalischen Theile des In-digs selbst, ingleichem die Wirkung der alkalischen Zu-sähe, das meiste beyzutragen. Ich schließe dieses vor-nehmlich aus Hrn. Pörrm's Versuchen, a. ang. 0 .,S. 337, aus welchen erhellet, daß ein zu wiederhohl-ten Mahlen mit 6 Mahl mehr Pottasche gekochter In-diz zwar auf das erste Mahl nur eine bräunlichgelbe,bey den folgenden Kochungen und Digerirungcn abergrüye Solutionen gibt. So wie aber der Schaumvon dem grünen Liquor der Indigküpe, welcher derLuft ausgesetzt ist, blau ausfällt, so pflegt auch die ausder Indigküpe grün heraus gezogene Waare an derLust zu vergrünen, d. i. ihre grüne Farbe mit derblauen zu vertauschen. Diese Veränderung der Farbescheint nun nicht so wohl von einer plötzlichen Ent»weichung der aus. dein Indig und seinen Zusähenentwickelten flüchtig alkalischen Lauge, als vielmehrdaher zu rühren, weil die in der Luft besindliche me-phitische Saure die Wirkung des alkalischen Salzes un-kräftrgmacht.
Aus der Indigküpe können auch Federn blau gesfarbec werden; s.TH.XII, S. 388, f.